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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 159

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Kolonisationspläne und Kolonisation
Date
1927-01-01
Page
Seite 159 (sequence 4)
Language
German
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159 von Kapital und Arbeit, die auf ein bestimmtes Bodenareal aufgewendet wird. Soskins Projekt ist intensiv im doppelten Sinn: Obst-- und Gemüsekultur sind an sich bereits intensive landwirtschaftliche Betriebszweige, und als solche sollen sie ebenfalls noch besonders intensiv betrieben werden. Denn Dr. Soskin denkt doch nicht daran, Obstbau in großen Plantagen und auf weiten Bodenflächen, und Gemüsebau feldmäßig und mit geringem Arbeitsaufwand betreiben zu lassen. Es wirkt verwirrend, wenn der Schöpfer des Wortes „intensive Kolonisation", der gleiche, dejr wenige Hefte in der gleichen Zeitschrift zuvor eine Philosophie des Intensivismus gegeben hat, der von der Weltanschauung des Intensivismus spricht — ganz zu schweigen von all dem, über das man nicht mehr spricht (von Ackerbeetkultur und den Krapotkinschen Theorien z. B.) — wenn dieser selbe jetzt fast den Anschein erweckt, als ob er vom Begriff der Intensität abrückt. Nein, lassen wir es ganz deutlich: das Prinzip des Dr. Soskinschen Kolonisationsplane-s ist sofortiger Beginn mit intensiven landwirtschaftlichen Kulturarteh und Durchführung dieser Kulturen mit intensiven Methoden. Und ob dieses Prinzip richtig ist, steht zur Debatte. Bevor wir uns (im letzten Drittel unserer Ausführungen) grundsätzlich mit den Prinzipien unserer landwirtschaftlichen Siedlungstätigkeit in Palästina noch einmal auseinandersetzen, müssen wir uns noch mit einem Beweis beschäftigen, den Dr. Soskin für die Richtigkeit seiner Anschauungen anführt. Der Ausgangspunkt seiner ganzen Darlegungen ist ja. die besondere Kraft der palästinensischen Sonne; daß Palästina diesen Vorzug mit sehr vielen Nachbarländern teilt, ist schon wiederholt festgesellt worden. Um die Kraft der Sonne entsprechend auszunützen, fehlt Kraft und Nährwert des Wassers (also künstliche Bewässerung) und, wie jetzt erst richtig deutlich hervorgehoben wird, künstlicher oder natürlicher Dünger. Die Anwendung dieser drei Faktoren ist intensivster Ackerbaubetrieb; und nun meint Dr. Soskin, es ist augenscheinlich, daß 10 Dunam Boden leichter gedüngt werden können als 100 Dunam — ohne von den Kosten zu sprechen. Leider ist dies nur ein ganz primitives Rechenexempel. Der Boden ist kein Zauberer; er gibt immer nur soviel her, wie in ihn hineingesteckt wurde, und bei der Betrachtung des Wertes dieser oder jener Wirtschaftsmethoden sind die Kosten und der mit ihrer Hilfe erzielte Ertrag immer die Hauptfrage. Man kann die gleiche Menge Dünger auf 10 oder auf 100 Dunam verteilen, man kann 100 Dunam extensiv oder intensiv düngen — es kommt nur darauf an, wieviel Geld man zur Verfügung hat. Sind wir reich genug, so kann es uns ganz gleichgültig sein, ob wir 10 mal ä 10 Dunam düngen, oder einmal ä 100 Dunam. Sind wir arm, so können wir eben nur 10 Dunam düngen und 90 ungedüngt lassen, oder den uns zur Verfügung stehenden Dünger auf alle 100 verteilen. Aber Wert und Höhe des Ertrages bleibt in beiden letzteren Fällen ungefähr gleich,

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