Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Die Agrarbilanz Palästinas
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
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155 Erbsen und Kartoffeln neben Italien, Japan u. a., Zwiebeln neben Spanien, Aegypten u. a. zur Einfuhr brächte. An letzteren allein wurden im Jahre 1925 1,4 Millionen Busheis für 15 Millionen Dollar aus dem Auslande nach den Vereinigten Staaten gebracht. Alles in allem bietet sich dem Gemüseexport aus Palästina ein weites Feld, dessen Grenzen, da wir heute am Anfange stehen, auch nicht ahnen können. Der Ueberschuß der Sommermonate wird konserviert und bildet gleichfalls einen gesuchten Handelsartikel im In- und Auslande. Die 'Belieferung des Binnenmarktes wird zum Teil förmlich nebenbei mit nicht exportfähiger Ware (die deswegen aber von guter Qualität isein mag), zum Teil durch besonders hiefür gepflanzte Arten und Sorten erfolgen. Hiebei wird eine gewisse Aufklärungstätigkeit am Platze sein, um den Hausfrauen Palästinas, die noch den Vorzügen der Gemüseküche fremd gegenüberstehen, die Verwendungsmöglichkeiten von ihnen unbekannten oder nur selten und einförmig zubereiteten Gemüsen vorzuführen. Eine solche Propaganda wird nicht erfolglos bleiben. Die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten würde sehr steigen und der Akklimatisation sehr gedient sein, wenn eine Ernährung platzgreifen würde, bei der, wie allgemein im Oriente, Gemüse, Früchte und Mehl im Vordergrund stehen und Eier, Geflügelfleisch, pflanzliche Fette und Butter fast vollkommen das Rindfleisch verdrängen würden. * Autarkie und Kleinwirtschaft. Diese anzustrebende Aenderung der Nahrungsweise führt uns auch zur Frage der anzustrebenden Autarkie. Wie bereits gesagt* muß Palästina trachten, mit Hilfe seiner naturgegebenen Vorzüge hochwertige Bodenprodukte für den Weltmarkt zu erzeugen. Als solche kommen Gemüse, Früchte und Eier in Betracht. Die Einfuhr von Getreide und tropischen Produkten (Kaffee etc.) ist in diesem Falle nicht zu bedauern. An Stelle der Autarkie der Einzelwirtschaft soll der Zustrom von Geld für Qualitätser z -e u g n i s s e angestrebt werden. Die Autarkie der Wirtschaft des Landes kann dann noch immer schrittweise vergrößert werden a) durch Anpassung der Lebensweise, b) durch Rationalisierung der extensiven Fellachenwirtschaft, c) durch Intensivierung sämtlicher Zweige der Wirtschaft einschließlich des Getreidebaues. Eine solche autarkisehe Intensivwirtschaft bedarf nach Migge in Deutschland 1500 'Quadratmeter zur Bestreitung des Bedarfes einer erwachsenen Person an sämtlichen Lebensmitteln (einschließlich Brot, Fett und Fleisch). In diesem Sinne kann durch Intensivierung eine tatsächliche Gesundung der Einzelwirtschaft und der Wirtschaft des Landes herbeigeführt werden. Auch hie z u : kommen wir über den bewässerten Gemüsebau, den heute entwickelten Haupttyp des Inten-