Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Die Agrarbilanz Palästinas
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
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154 staub leicht ausgefüllt, vier Kistchen bilden, mit Draht zusammengeschlossen, ein „bündle". Die 'Gesamtspesen dürften sich auf Pfd. Steil, 15 bis 20 belaufen, nach deren Abzug ein Preis für die Tomaten am Felde zustande kommt, der, einmal erreicht, Tomaten zu einer Favoritkultur machen würde, wie dies in Palästina gewöhnlich nach Erfolgen einzelner ßodenprodukte der Fall ist — ein Vorgang, dem allerdings hier nicht gerade das Wort geredet werden soll. Aegyp tische Zwiebeln notierten in Hamburg im Mai 1925 sh. 9 per 50 Kilogramm '(niedrigste Notierung) oder zirka 2,5 Piaster per Rottel oder bei einem Dunamertrag von nur 700 Rottel noch immer Pfd. Sterl. 17.5 für eine Ernte des Jahreswechsels. Kanarische Kartoffeln erzielten von März bis Mai 8 bis 17 Schilling per 40 Kilogramm oder zirka 3 bis 6 Piaster per Rottel, Algierkartoffeln erzielten im Februar bis sh. 25 per 50 Kilogramm oder 7,5 Piaster per Rottel, bei einem Ertrag von 500 Rottel wären dies Pfd. Sterl. 37,5 vom Dunam während eines Jahresdrittels. Die Spesen sind geringer als bei Tomaten, zumindest verringern sich die Kosten für die Verpackung, Zwiebeln packt man in Säcke, Frühkartoffeln in Kisten mit ein wenig Torfmull. Ende Jänner 1926, also zu der Zeit, da der erwähnte erste Transport Blumenkohl aus Palästina nach Europa kam, wurden am Londoner Markt französische Blumenkohlköpfe zu einem Durchschnittspreis von 2 Piaster per Kopf gehandelt. Palästinensische würden sicher mindestens dieselbe Qualität haben und dieselben Preise erzielen. Bei einem Ertrage von nur 1200 Kopf per Dunam ergäbe dies Pfd. Sterl. 24 Bruttoeinnahme von der natürlich wiederum die Spesen in Abzug zu bringen sind. Diese Ziffern sollen nur ein allgemeines Bild darüber geben, daß die Erzeugung von Gemüsen für den Export ihren Mann ernährt, dasselbe gilt von Obst, nicht nur Orangen und Grapefruit, der nunmehr auch in England beliebt werdenden Citrusart, sondern auch von Feigen, Tafeltrauben, Bananen u. a. mehr.*) Noch weitere Märkte könnten mit der Zeit erschlossen werden, vielleicht sogar jener der Vereinigten Staaten. Nach den „Commerce Reports" führten die Vereinigten Staaten im Jahre 1925 Gemüse für 10 (Millionen Dollar aus {bei iallemder Tendenz) und für 20 Millionen Dollar ein (bei steigender Tendenz). Die Ursache für letztere Tatsache ist in der erhöhten Nachfrage nach Wintergemüsen zu suchen, als deren Lieferanten in erster Linie die Nachbarländer Mexiko und Kuba fungieren, mit denen natürlich Palästina kaum konkurrieren dürfte. Dagegen wäre es wohl nicht ausgeschlossen, daß es Kraut — neben den iNiederlanden, Bohnen, *) Bananen kanarischer Herkunft notierten in Hamburg (diese, wie ein Teil der früheren Angaben nach der Fa. B. Leibowitsch, Hamburg- London-Kopenhagen) per Pfund in Pfennigen: 1924 Oktober 45 bis 50, November 38 bis 42; 1925 Februar 45 bis 50, März 40 bis 45, April 43 bis 48, Mai 48 bis 52, Juni 32 bis 34, Juli 32, August 30 bis 32, September 27 bis 30. ' .