Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Die Agrarbilanz Palästinas
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
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152 Den nächsten Auslandsmarkt, den man nicht unterschätzen sollte, bietet w. Damaskus und Beyrut. Die Verbindung dahin ist leidlich und wird in Bälde durch eine neue Eisenbahnlinie sehr verbessert werden. Der Gemüsekonsum ist bedeutend, die Kaufkraft der Oberschicht groß, das Interesse an Gemüsen, insbesonders an Wassermelonen aus Palästina, die dort früher als in Syrien reifen, besteht —die Kwuzoth am Kinereth und die Fellachen von Migdal und anderen Orten rechnen mit dem Damaszener Markte schon heute — die Einfuhr ist zollfrei. Auch Aegypten erzeugt zwar viel Gemüse, kann aber noch solches aus Palästina beziehen, vor allem aus Port-Said, wo die Dampfer nach Indien und dem Fernen Osten sich versorgen müssen, die Belieferung aber unzureichend und von schlechter Qualität ist. Sodann könnten die Märkte Mitteleuropas an den Bezug palästinensischen Gemüses gewöhnt werden, die bis nun fast ausschließlich von Italien beschickt wurden, das natürlich nicht so frühzeitigwie Palästina produziert. Ein Versuch in dieser Hinsicht wurde anfangs 1926 gemacht; ein Waggon. Blumenkohl aus den Emeksiedlungen wurde in Wien verkauft, was bei Händlern und Konsumenten -sehr bemerkt wurde; das Sortieren, ergab, daß die dritte Sorte palästinensischer Provenienz die erste, italienische übertreffe, wiewohl die Verpackung unzureichend war.*) Als Hauptmarkt dürfte jedoch London in Betracht kommen. Die Zufuhren an. Gemüsen und Südfrüchten. nach England übersteigen jede Erwartung. Palästina kann um so leichter mitkonkurrieren, als es alte Geschäftsverbindungen im Orangenhandel hat, die bei der Einführung anderer Bodenprodukte sehr zu Hilfe kommen werden und der steigende Umfang des Orangenimportes schon allein für regelmäßige und gute Schiffsverbindungen bürgt. So wäre es ein Leichtes, mit Hilfe von Verkaufsgenossenschaften nach Art des „Pardeß" und der „Jaffa Fruit Company" oder noch besser durch die entsprechend organisierte. Siedlungsgenossenschaft selbst die ständige Belieferung des Londoner Marktes mit Frischgemüsen im Winter und Frühling durchzuführen. Die Mengen, 'die England einführt, sind, wie gesagt, sehr bedeutend. Beispielsweise im*Jahre 1923 an: Cwts. ä 50,8 kg Busheis ä 36,4 Liter Pfd. Sterl, Tomaten" 2.2 Mill. — 3.7 Mill. Kaitoffeln - 4.9 „ — . ' 3.0 „ Zwiebeln — 9.5 Mill. 2.0 „ Trauben 0.7 „ — 1.7 „ Rosinen 1.5 „ — " 3.5 ,„ *) Diese Sendung gab Veranlassung zu einer Zeitungskontroverse, von der die. „Jüdische Rundschau", Seife 538-1926 .berichtet, zwischen dem „Fruchthander und der „Gartenbauwirtschaft", aus der tnit schlagender Deutlichkeit hervorgeht, daß nicht 'Wir - die- Konkurrenz der in - Europa heimischen Gärtnerei, die in stetem Kampfe mit den Unbilden der Natur und dem Unverständnis in den, Reihen, für die Organisation der, Erzeugung und des Absatzes steht, sondern diese die: unsere, und. der. subtropischen Länder überhaupt zu fürchten hat. ' '.""":'*' "" -