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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 147

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Die Agrarbilanz Palästinas
Date
1927-01-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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147 Möglichkeiten der Eigenproduktion. Weizen und Weizenmehl werden in Palästina so lange zur Einfuhr gelangen, als Australien und Amerika billiger {und besser) produzieren. Die Preisbildung ist hier nicht von den Gestehungskosten, sondern vom Weltmarkt abhängig, wie auch das Jahr 1924 für die Getreideproduzenten Palästinas ein glückliches wegen der von Chikago ausgegangenen spekulativen Welthausse war. Nur ein völliges Abreißen von der Weltwirtschaft könnte Palästina zum Brotselbstversorger machen. Palästina kommt als Reis Produzent in größeren Mengen überhaupt nicht in Frage; in Migdal wurde seinerzeit Reis ange-. baut, jetzt werden statt dessen Frühgemüse für den Damaszener und Jerusalemer Markt erzeugt; mit der ostasiatischen Produktion kann Palästina auch für den heimischen Markt nicht konkurrieren. Dagegen sollte Palästina mehr Hülsenfrüchte kultivieren, und zwar im Rahmen des mehrfachen Jahresfruchtwechsels der Intensiv-iBewässerungswirtschaft, nach Möglichkeit derart, daß sie nicht die Felder in den Wintermonaten besetzt halten, wenn Frühgemüse für das Ausland erzeugt werden soll, sondern im Sommer, wenn der Weltmarktpreis für Frischgemüse ein niedriger ist. Die Fleischproduktion Palästinas könnte nicht unerheblich gehoben werden, wenn die Stallhaltung von Rindern -und Ziegen allgemeiner würde. Gleichzeitig müßte dem Futterbau auf bewässerten Böden und der besseren Bereitung der Rückstände der Oelfabrikation für Futterzwecke ein größeres Augenmerk zugewendet werden. Die Einfuhr von Kraftfuttermitteln, ebenso von Rassetieren, erscheint auch volkswirtschaftlich rentabel, vor allem mit Rücksicht auf die Möglichkeit einer erhöhten Milch-, Butter¬ und Käseproduktion. (Palästina führt nicht nur australische Butter und anderes, sondern auch ägyptische Sahne zur Buttererzeugung ein.) Eine Verbreiterung der extensiven Schafhaltung ist trotz der recht bedeutenden Einfuhr w;ohl weniger anzustreben, wiewohl bestimmt noch nicht alle Möglichkeiten einer solchen im Lände ausgenützt sind. Dagegen müßte auch die arabische Bevölkerung auf eine rationellere Viehhaltung mit Umgehung des Weidetriebes in der trockenen Jahreszeit hingeführt werden, denn die Seuchengefahr, die der letztere mit sich bringt, ist, wie wir erst 1926 wieder gesehen haben, eine Katastrophe, bei denen das jüdische Element keineswegs den lachenden Zuschauer bildet. Vom Geflügelfleisch soll noch im Zusammenhange mit der Eierproduktion gesprochen werden. An Zucker wurden 1925 der Menge nach 87.000 Doppelzentner eingeführt. Um diese Menge im Lande zu erzeugen, müssen etwa 500.000 bis 550.000 Doppelzentner Zuckerrüben auf 250.000 Dornam bei feldmäßiger Bestellung geerntet werden. Innerhalb einer Intensivwirtschaft mit mehrfachem Fruchtwechsel im Jahre

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