Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Die Agrarbilanz Palästinas
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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146 erscheint Palästina als Importeur . von "Getreide und Getreideprodukten im Werte von, Pfd. äg. 840.000, hievon zahlt es Pfd. äg. 439.000 für Weizen und Weizenmehl, Pfd. äg. 180.000 für Reis, Pfd. äg. 54.000 für Hülsenfrüchte; als Exporteur im Werte von Pfd. äg. 68.000, welcher Betrag dem Import von Gerste allein entspricht. In der Gruppe der Futtermittel zahlt Palästina Pfund äg. 36.000 an das Ausland, in der Hauptsache für Kersenneh (Kamellinse), bei -einer verschwindenden Ausfuhr von nur rund Pfund äg. 400 (fast alles Tibben, Futterstroh). Weiters werden eingeführt Fleisch für Pfd. äg. 30.000, keine Ausfuhr. Lebende Schlachttiere für Pfd. äg. 130.000, hievon mehr als die Hälfte Schafe, die Ausfuhr erreicht knapp Pfd. äg. 5000. In der Gruppe sonstiger Nahrungsmittel *) erreicht die Einfuhr eine Höhe von Pfd. äg. 840.000, wobei es von Interesse ist, daß Palästina Milchsahne, (Kondensmilch, Butter, Buttersurrogate, Käse, Schokoladen, Kakao, Kaffee, Tee, Bäckereien, Zuckerwaren, Eier (für Pfd. äg. 20.000); Fische und Fischkonserven; Früchte und Fruchtkonserven sowie Marmeladen (für Pfd. äg. .120.000); Oele, Salz, »Gewürze; Zucker (für Pfd. äg. 180.000), ferner Zwiebeln, Kartoffeln, Roh- und eingelegte Gemüse (für Pfd. äg. 77.000) usw. kauft. Die Ausfuhr in dieser Gruppe erreicht Pfd. äg. 750.000, hievon entfällt der Löwenanteil —Pfd. äg. 550.000 — auf Orangen, Pfd. äg. 130.000 auf Wassermelonen, Pfund äg. 32.000 auf iMandeln, auf Gemüse '(auch getrocknetes) nur Pfund äg. 1500 usw. Getränke führt Palästina für Pfd. äg, 46.000, hievon Bier für Pfd. äg. 26.000 ein, und für Pfd. äg. 48.000 (Weinkellerprodukte) aus. Schließlich kaufte Palästina im abgelaufenen Jahr für Pfund äg. 64.000 Tabak (hievon für Pfd. äg. 40.000 Zigaretten) und verkaufte für Pfd. äg. 11.000 (fast alles ungeschnittener) Tabak an das Ausland. Diese Zahlen sind für Palästinas landwirtschaftliche Selbstversorgung recht beschämend, gleichzeitig aber sehr lehrreich für die richtige Beurteilung des jetzigen Zustandes seiner Bodenkultur. Allerdings erfordern sie eine etwas andere Beurteilung als in Ländern ohne Immigration. .Die Hauptfrage ist'nun die: Kann Palästina die eingeführten Nahrungsmittel selbst erzeugen, d. h. wird esjemals demBedarfsei n e r B evölkerung an diesen Genüge leisten können oder muß es darauf v o n v o r n e herein verzichten und den Ausfall durch Produktion anderer Bodenprodukte zu de c k e n, ja zu ü b er s t e i gen trachte n?! *) Die Zusammenstellung ist eine recht zufällige; es besteht auch wenig Uebereinstimmung in den Artikeln der Ein- und Ausfuhr.