Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 123

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Die Bedeutung und Aufgabe der landwirtschaftlichen kooperativen Arbeitergesellschaft "Nir"
Date
1927-01-01
Page
Seite 123 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379858-2379861-2383849--04823-2384034
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

123 Einwände ein, die auch auf der landwirtschaftlichen Arbeiterkonferenz in Haifa (Jänner 1936),' auf der die Frage von „Mir" erneut zur Debatte stand (trotzdem die Gesellschaft unterdessen von der Regierung bestätigt worden, war), eine Rolle spielten. „Nir" werde nur eine unbedeutende Konkurrenz zum „Keren Hajessod" bilden; auch in der Reihe der Institutionen der Arbeiterschaft sei es an der Zeit, .zu einer Zentralisierung der bestehenden Fonds und der Geldaufbringungsmethoden zu schreiten und nicht neue Fonds zu bilden. Große geldliche Erfolge seien sowieso nicht zu erwarten, „da auf Anleihen von außenstehenden Institutionen ohnehin nicht zu'rechnen sei." Andere Einwände beziehen sich auf die Gefahren der Zentralisierung und Ueberkontrolle sowie der möglichen Gefährdung der Autonomie der einzelnen Siedlungen durch „Nir". Gegenüber allen diesen Einwänden, zu denen noch diejenigen zu rechnen sind, die vor der Möglichkeit einer Vertreibung von Genossen von ihrem Boden durch 'Befehl von oben herab warnen, wurde von den Befürwortern „Nirs" (die die große Mehrheit aller Stimmen hinter sich hatten, wie überhaupt nach Widerlegung der Einwände und nach Festsetzung gewisser, noch zu erwähnender Einschränkungen -und Festlegungen die Konstitution von „Nir" fast einstimmig von der landwirtschaftlichen Konferenz angenommen wurde), folgendes ausgeführt:' „Nir" habe nie den Anspruch darauf erhoben, mit den nationalen Fonds, die die* Grundlage des gesamten Siediungswerkes sind und bleiben, zu konkurrieren. Die Gesellschaft wird ihre Mittel nicht in der Gründung neuer Siedlungen investieren, sondern wird, entsprechend den Plänen Dr. Ruppins und Agr. Oettingers, sich entweder mit gewissen Teilen eines Eigenkapitals an den durch die allgemeinen Fonds zu gründenden neuen Siedlungen beteiligen oder aber ihre Mittel für Investitionen verwenden, für die die nationalen Fonds weniger oder gar nicht in Betracht kommen, zum Beispiel in Bodenkäufen dort, wo der Nationalfonds nicht kaufen kann oder will, bei Grenzböden in den Händen jüdischer Besitzer; oder aber in industriellen Versuchen in landwirtschaftlichen Siedlungen, in der Finanzierung des neuen Amtes zur Uebernahme von" Akkordarbeiten in den landwirtschaftlichen privaten Kolonien (Misrad Kablani usw.). Hinzuweisen ist in dieser Hinsicht auf die große historische Bedeutung, die den geringen Mitteln des „Palästiria-Arbeiterfonds" zukamen, dadurch, daß sie den Anstoß zur Gründung der obergaliläischen Siedlungen (Tel-jChai, Kfar Gileadi, Ajeleth Haschachar) während des Krieges gaben und die Mittel der „Picia" für diesen Zweck flüssig machten. Eine gewisse pekuniäre Eigenbeteiligung der Arbeiter bei ihrer Absiedlung sollte gerade manchen zionistischen Kreisen, die der Arbeiterschaft nicht angehören, aus Gründen, die allerdings die' Arbeiterschaft selbst nicht anerkennt^ erwünscht erscheinen. Was nun die Aufbringung der Mittel betrifft, so ist da noch weniger an eine Korikurrenz mit den nationalen * Fonds zu denken, denn diese Mittel

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.