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Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 98

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Industrie und Majorität
Date
1927-01-01
Page
Seite 98 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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98 tifizieren. Das wirtschaftliche Palästina reicht über (Ras-en-Nakura hinaus»bis an den Taurus, es umfaßt den Grofilibanon und die syrischen Staaten, erstreckt sieh die ganze Ostküste des Mittelmeeres entlang »und tief ins Binnenland hinein, bis an die Grenzen des Irak und des Reiches von Nedjd. Es zählt nicht achtbunderttausend, sondern ungefähr vier Millionen (Einwohner, nämlich 800.000 oder 850.000 im „politischen" Palästina diesseits des Jordans, 350,000 bis 400.000 jenseits des Jordans und annähernd drei Millionen im Großlibanon, im Aluitenstaat und in Syrien, weil nämlich alle diese Länder für den Warenverkehr untereinander keine Zollgrenzen kennen, wohl aber gegen fremde Waren, die nicht in ihrem Bereiche produziert worden sind, durch Zölle geschützt sind. Der palästinensische Weber kann also ohne irgend eine besondere Auflage seine Ware in Beyronth, Aleppo und Damaskus genau iso verkaufen wie in Tel-Awiw oder Jerusalem und ist dort ebenfalls gegen die Konkurrenz der europäischen Erzeugnisse durch Zölle geschützt. Und auch das besagt in Wirklichkeit über seine Absatzmöglichkeiten zu wenig. Denn eine palästinensische Industrie ist in unmittelbarer Nähe der großen, .fabriksarmen Landgebiete des nahen Ostens in seiner Gesamtheit, gewissermaßen als äußerster Vorposten des europäischen Industriegebietes und ihm wegen seiner unmittelbaren iMarktnähe bei gleichen . Produktionskosten mindestens ebenbürtig, wenn nicht in manchen Branchen sogar überlegen. Diese Länderkomplexe umfassen außer dem ^wirtschaftlichen Palästina" auch Aegypten — von Jerusalem bis Kairo fährt man ungefähr halb so lange wie von Paris, nach Berlin —, Arabien, den Irak und gewisse Gegenden der Türkei. Ein Absatzgebiet, von. dessen auch nur teilweiser Versorgung eine ganze Volkswirtschaft leben kann. Ist das alles mur Theorie? Nun, man braucht nur die Praktiker unserer Industrie zu fragen und ihre Praxis selbst im letzten Jahre nur einigermaßen verfolgt zu haben, und man kann sich davon überzeugen, wie weit es höchst reale Tatsachen sind. Soweit unsere Fabriken überhaupt schon in der Lage sind, mehr zu fabrizieren, als zur Deckung des Inlandsbedarfes nötig ist, haben sie den Export bereits erfolgreich aufgenommen. An anderer Stelle habe ich in einer Analyse der augenblicklichen Wirtschaftslage ein paar Zahlen darüber angeführt. Ich wiederhole und ergänze sie hier, da sie verdienen, einem größeren Publikum bekannt zu werden, und in den Zusammenhang gehören: Die erst vor einem Jahre eröffnete Zementfabrik „Nesher" bei Haifa verkaufte im letzten Juni 190 Tonnen Zement für L. E. 475 nach Syrien, im Juli bereits 640 Tonnen für L. E. 16001 Die Seifenfabriken erhöhten ihren Auslandsabsatz in diesem Jahre von 1300 auf 2500 Kilogramm pro Monat und drängten gleichzeitig den Import von 5000 auf 3240 Kilogramm zurück. Der Besitzer der Strumpfwirkerei „Lodziah" in Tel-Awiw ist kürzlich von einer Geschäftsreise bis in die nördlichsten Gegenden Syriens mit guten Resultaten zurückgekehrt. Alles das sind immerhin ver-

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