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Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 96

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Industrie und Majorität
Date
1927-01-01
Page
Seite 96 (sequence 5)
Language
German
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96 die. Hälfte oder in vielen Fällen einen Bruchteil davon umsetzen würde, einen ausreichenden Markt zu garantieren. Hier ein paar konkrete Beispiele dafür. Diesmal muß ich leider doch das Jahr 1925 anführen, da für 1924 keine vollständige spezifizierte Statistik existiert, aber auch im Jahre 1926 werden die Dinge trotz der Baisse, wegen der starken Bevölkerungszunahme im Vorjahre — Nettovermehrung etwa 40.000 Juden und 15.000 Araber — wie die bisher vorliegenden Ziffern zeigen, nicht viel anders liegen als 1925. Im übrigen war der iFertigwarenimport 1925 um ein reichliches Drittel größer als 1924: Von der gesamten Fertigwareneinfuhr in der Höhe von 3,96 Millionen ägypt. Pfund entfielen 212,685 ägypt Pfund auf gebleichte Baumwollstoffe in einer Menge von 958.685 Kilogramm, 366.692 ägypt. Pfund (1,289.420 Kilogramm) auf gefärbte, 45.886 ägypt. Pfund (237.407 Kilogramm) auf graue und 47.101 ägypt. Pfund (99.273 Kilogramm) auf bedruckte Baumwollstoffe. Wenn man zum Beispiel eine Weberei mit einem Umsatz von 25.000 Pfund — 125.000 Dollar — als mittleres Unternehmen annimmt und gleichzeitig voraussetzt, daß zwei Drittel der hier aufgeführten gesamten Warenmenge immer importiert werden wird — ist dann nicht immer noch ein genügender Markt für, sagen wir, acht solche mittleren Baumwollwebereien mit ihren Hilfsbetrieben, etwa eine Druckerei, zwei Bleichereien und drei Färbereien vorhanden? Wenn das Land für 73.500 Pfund wollene Webwaren bezieht, bietet es dann nicht mindestens einer Wollweberei eine ausreichende Absatzmöglichkeit? Wenn es ferner für 56.600 Pfund halbwollene Stoffe einführt, kann nicht noch eine Weberei, wenn auch eine kleinere, davon bestehen — immer vorausgesetzt, daß auch diese Artikel selbst in der Zukunft zu zwei Dritteln importiert werden? Wenn für über 60.000 ägypt. Pfund Schuhe und Stiefel vom Ausland gekauft werden — obwohl man sich in sehr großem Umfang seine Fußbekleidung beim Schuster nach Maß machen läßt —, hat dann nicht eine mittlere Schuhfabrik ein genügendes Arbeitsfeld? Ich könnte diese Liste so noch durch alle möglichen Branchen fortführen, würde es nicht zu langweilig werden. Nehmen wir den Gesamtimport Palästinas mit sechseinhalb Millionen ägypt. Pfund an, um zwischen 1924 und dem Haussejahr 1925 die (Mitte zu wählen, dann darf man mit aller Vorsicht rechnen, daß ein Drittel dieses Wertes im Lande selbst produziert werden kann. Und davon dürfte wieder mindestens die Hälfte (nach Abzug 'eingeführter Rohmaterialien usw.) darin bleiben. Die Hälfte, das sind eine «Million Pfund oder 11.000 für Palästina gute Arbeitslöhne, wenn nämlich der durchschnittliche Verdienst des Arbeiters' mit 90 Pfund pro Jahr angenommen wird — ein Niveau, das -er heute jedenfalls noch nicht erreicht hat. 11.000 Arbeiter, das sind zweieinfünftelmal so viel wie bereits im Juli 1925 und 83 Prozent mehr als im Juli 1926 in der palästinensischen Industrie beschäftigt wurden. (Das Baugewerbe wurde hier immer außer Betracht gelassen, weil es auch bei der Berechnung der Aufnahme-

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