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Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 87

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Boden- und Siedlungspolitik
Date
1927-01-01
Page
Seite 87 (sequence 5)
Language
German
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87 für Tel-Awiw der letzten Periode kennzeichnend ist, hat die Krise in vieler Hinsicht verursacht imd. die Scharen der unglücklichen und verzweifelten Menschen zum Verlassen des Landes veranlaßt. Der Umstand, daß in den entscheidenden Jahren der großen Einwanderung nichts gemacht worden ist, um den Menschen den Zutritt zum Boden zu ermöglichen und dadurch die Krise Tel- Awiws zu lindern, ja zu einem gewissen Teil zu beseitigen, ist hauptsächlich damit zu erklären, daß in der Umgebung dieser Stadt der Keren Kajemeth keinen einzigen Dunam zur Verfügung hatte, den er für die Niederlassung dieser Menschen hätte zur Verfügung stellen können. Es hat sich bitter gerächt, daß die Institution, die eine nationale Bodenpolitik führen sollte, es nicht verstanden hat, rechtzeitig, d. h. bei der Begründung Tel-Awiws oder in dessen ersten Jahren, dafür Sorge zu tragen, daß größere Bodenreserven in der Umgebung der Stadt erworben werden, die damals zu billigen Preisen leicht zu bekommen gewesen wären, dieselben Böden, die später mit dem Einsetzen der raschen Entwicklung der Stadt unerschwingliche Preise erreicht haben und zu Spekulationsobjekten geworden sind. Eine weitsichtige Bodenpolitik mußte wissen, daß hier eine neue, größere jüdische Niederlassung entstehen kann, die bedeutende Arbeitsmöglichkeiten mit sich bringt, und mußte rechtzeitig daran denken, daß die künftigen Einwanderer nicht benachteiligt würden, indem sie, wenn sie sich in der Stadt ansässig machen wollen, keinen Boden bekommen können. Eine jüdische Stadt bietet große Arbeitsgelegenheiten für die neuen Einwanderer; diese aber können am besten gesichert werden durch Schaffung von Ansiedlungsmöglichkeiten. Dafür ist aber Voraussetzung die Bildung von Bodenreserven um die Stadt. Und wie sah es in Wirklichkeit aus? Als die große Hausse in Tel-Awiw mit der großen Einwanderung, der fieberhaften Bautätigkeit und der raschen Vermehrung der arbeitenden Massen einsetzte und als man sich der ungeheuren Wichtigkeit der Beschaffung von Heim- und Arbeitsstätten für städtische Arbeiter bewußt wurde, war es schon zu spät. Man konnte keinen Ausweg mehr finden. Es war entweder gar kein Boden zu bekommen oder zu Preisen, die eine gedeihliche Entwicklung von vorneherein ausschlössen. Die Geschichte des ersten Versuches der Schchunath-. Owdim bei Tel-Awiw bestätigt dies. Die Durchführung dieses so wichtigen Projektes stieß vor allem auf das Hindernis, daß man keinen passenden Boden bekommen konnte. Da man den Preis von hundert Pfund per Dunam nicht zahlen konnte, mußte man zu von der Stadt entfernter gelegenen Böden greifen, welcher Umstand der Verwirklichung des Gedankens der Schchunath-Owdim in mancher Hinsicht hinderlich im Wege stand. In eine ähnliche Situation werden einmal alle Städte des Landes kommen. Jede Stadt bietet Arbeitsgelegenheiten und

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