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Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Boden- und Siedlungspolitik
Date
1927-01-01
Page
Seite 85 (sequence 3)
Language
German
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85 leann nur in einem längeren Prozeß, im Zusammenhang mit der gesamten Siedlungsarbeit, ihre Lösung finden. II. Die Bodenpolitik ist eines der Elemente der Siedlungspolitik. Der Bodenerwerb geht bei uns öfters der Siedlungspolitik voran und bestimmt sie gewissermaßen. Die Böden wurden nicht aus einem eigentlichen siedlungspolitischen Plan heraus erworben, sondern aus anderen Rücksichten verschiedener Natur, oder gar zufällig. Nachdem der Boden erst erworben ist, werden die sbdlungspolitischen Pläne durch die Gestaltung des Bodens, seine Lage, Größe usw. bestimmt. Auch der erste Bodenkauf im Emek ging der Siedlungspolitik voran. Der Erwerb der Nuris- und Nahalal- Komplexe hat die Konzentrierung der Siedlungsarbeit der Zionistischen Organisation im Emek mit sich gebracht. Die Bodenpolitik muß aber von der Siedlungspolitik bestimmt werden. Bei einer großzügigen Aufbauarbeit tut ein allgemeiner, groß angelegter und weitsichtiger Siedlungsplan not. Entsprechend den Notwendigkeiten der Siedlungspolitik und der Entwicklung des Siedlungsplanes ist auch die bodenpolitische Tätigkeit zu betrachten. Die Bodenpolitik stellt den für die Siedlungszwecke notwendigen Boden zur Verfügung und schafft größere Bodenreserven für die zukünftigen Erfordernisse der Kolonisation. Bei einer geordneten kolonisatorischen Tätigkeit, wo man nicht von einem Tag auf den andern arbeitet und nicht von Zufallsereignissen abhängig ist, müßte ein solcher Plan die Grundlage bilden, auf der eine zielbewußte und weitsichtige Bodenpolitik entfaltet werden kann. Selbstverständlich, würde infolge Fehlens eines solchen Planes die Bodenpolitik dem Wechsel des Tages unterworfen sein, so wäre eine weitschauende Bodenpolitik überhaupt unmöglich, und an deren Stelle würde man einen zufälligen, unsystematischen Bodenerwerb haben, was leider sehr oft in der Vergangenheit der kolonisatorischen Tätigkeit der Juden im Lande und auch in der des Keren Kajemeth beobachtet werden kann. Man kann nicht den Bodenerwerb als Selbstzweck hinstellen, Boden nur um des Bodens wegen erwerben. Der Boden an sich ist nichts, ein totes Objekt, das keinen volkswirtschaftlichen Wert hat. Seinen Wert erreicht er nur als Mittel der Produktion in der landwirtschaftlichen Siedlung oder als Wohn- oder Arbeitsstätte bei der städtischen Kolonisation. Deswegen muß auch für die Beurteilung der bodenpolitischen Tätigkeit in erster Reihe die kolonisatorische Leistung, die auf dem Boden vollbracht werden kann, auf welchem Gebiet immer, ausschlaggebend sein. Wichtig ist, welche Rolle der Boden im Siedlungsprozesse zu spielen berufen ist, welche kolonisatorische Betätigung er ermöglicht, wievielen Menschen er die Existenzmöglichkeit im Lande verschafft, mit anderen Worten, der volkswirtschaftliche Nutzeffekt, das

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