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Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Zum Geleit
Date
1927-01-01
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 wichtige (Bedenken geäußert worden sind. Die zionistischen Kongresse haben diese Gründung schon öfters .beschlossen und nur aus Mangel an (Mitteln konnte die Industriebank nicht ins Leben gerufen werden. Erst in letzter Zeit wurde ihre Errichtung durch die Zuweisung von 10.000 Pfund aus Keren-Hajessod-Mitteln ermöglicht. Nun ihre Gründung zur Tatsache wurde, ist es müßig, über ihre Notwendigkeit zu 'Streiten, es handelt sich jetzt um ihre richtige Führung. Ein Artikel von Dr. Bonne (Haifa) orientiert kurz über die Fragen der Industriebank. Industrie und städtische Siedlung haben in den Zeiten der vierten Alijah stark unter der Grundspekulation und den hohen Mieten gelitten. Ohne eine durchgreifende nationale und kommunale Boden- und ■Wohnungspolitik kann eines der grundlegendsten Bedürfnisse der zuströmenden Einwanderer, eben das Wohnungsbedürfnis, nicht zu normalen Bedingungen befriedigt werden. Trotzdem die bodenreformerischen Ideen der Gründung des Keren Kajemeth rjisr-ael zugrunde lagen, hat sich dieser aus nationalpolitischen Gründen — deren Stichhältigkeit hier nicht untersucht werden soll — auf den Kauf ländlicher (Böden beschränkt. Doch auch in bezug auf ländliche Ansiedlung sind die Böden in der Nähe der Städte von .größter Wichtigkeit, da auf diesen die für den Bedarf der Städter nötigen Produkte (Gemüse, Eier usw.), mit Vorteil erzeugt werden können. Heute fällt der Gewinn an dem Wachstum der jüdischen (Stadtbevölkerung, den in der Nähe der Städte wohnenden arabischen Bauern zu. Ein Artikel von Dr. Granovsky, einem der Leiter des Hauptbureaus des Keren Kajemeth l'Jisrael, über „Boden- und Siedlungspolitik" in dieser Nummer spricht sich für den Erwerb städtischen Bodens durch den Keren Kajemeth rjisrael mit einleuchtenden Gründen aus. Ein "ganz anderer Problemkreis wird durch den Artikel von Dr. Walter Preuß über „Nir" aufgerollt. Die sozialen Neuschöpfungen in Palästina haben nicht mit Unrecht das Interesse der nichtjüdischen Welt, insbesondere der sozialistischen, sehr lebhaft entfacht. Man glaubt in Palästina eine „Arbeitergesellschaft", die -sich mit der Zeit eine völlige Autarkie (Selbstgenügsamkeit, Selbstversorgung), erwirbt, entstehen zu sehen. Tatsächlich gehen die Bemühungen der Arbeiterschaft nach dieser Richtung. Ländliche und städtisch-industrielle «Kommunen sollen ihre Produkte gegenseitig austauschen durch das vermittelnde Glied der großen Ar- (beiterkonsumgeiiossenschaft (Maschbir). Die Kredite soll die Arbeiterbank geben, die Bauten der „Solei Boneh" ausführen usw., indes das Grund- und Investitionskapital ganz oder zum größten Teile aus nationalen Geldern (Keren Kajemeth und Keren Hajesisod) beigestellt werden soll. Wird diese Konstruktion genau durchdacht, und mit den sozialistischen Grundprinzipien konfrontiert, <so ergibt sich die Notwendigkeit der Schaffung interessanter neuer Organisationsformen, deren eine die landwirtschaftliche Arbeitergesellschaft „Nir" sein

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