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Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Zum Geleit
Date
1927-01-01
Page
81 (sequence 1)
Language
German
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PALÄSTINA MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS X. JAHRGANG 1927 HEFT 3 Zum Geleit. Durch das Stocken der Einwanderung nach Palästina im letzten Jahre steht die Frage, auf welche Art man am leichtesten, sichersten und raschesten eine neue steigende Einwanderungswrelle ins Land lenken könnte, wieder so wie vor vielen Jahren im Vordergrund der zionistischen Debatten. Von vielen Seiten wird 'die Industrialisierung des Landes als das geeignetste Mittel zu jenem Zweck erklärt. Ein Artikel von Gustav Davis in vorliegendem Heft setzt in sehr temperamentvoller Weise auseinander, daß das Wachstum der jüdischen Industrie durchaus nicht bloß von jenem der indischen Landwirtschaft abhängt. Gewiß hat der Autor in vielen Punkten recht, aber es wäre falsch, deshalb allzu übertriebene Hoffnungen auf die Industrieentwicklung zu setzen. Mit welch übergroßen Schwierigkeiten sie in Palästina zu rechnen hat,, ist allgemein bekannt. Unter diesen ist das -Fehlen eines größeren inländischen Absatzmarktes am Lande ein wichtiger Faktor— nach unserer Ueberzeugung der wichtigste. — aber doch nicht der einzige. Selbst wenn man von einer raschen Vergrößerung der landwirtschaftlichen Siedlung als Voraussetzung der Industrieentwioklung absehen wollte, blieben noch genügend andere große Schwierigkeiten übrig. Auch der gegenseitige Absatz der Erzeugnisse innerhalb der Industriebevöl'kerung, von dem 'Davis vornehmlich spricht, erfordert, daß die betreffenden Industrien auch konkurrenzfähig gegen ausländische Produkte sind. Die Arbeiter der anderen jüdischen Industrien würden sich zum Beispiel keine in jüdischen Schuhfabriken Palästinas erzeugten Schuhe kaufen, wenn diese teurer und schlechter wären als importierte. Die Vorkämpfer der Industrialisierung sind sich der bestehenden Schwierigkeiten bewußt und verlangen, daß sich die Zionistische Organisation aktiv auf deren Ueberwindung einstelle. Durch die Schaffung eines Departements für städtische Kolonisation in der Zionistischen Exekutive wurde diesem Wunsche entr sproohen. Leider aber fehlen diesem noch die Mittel. Besonders laut wurde der Ruf nach einer speziellen I nd u s t r ie b a n k■erhoben,.-eine 'Kreditinstitutsart, .die noch fast keine. Vorbilder in anderen Staaten hat, und gegen deren Errichtung auch schon ge-

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