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Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Zum Geleit
Date
1927-01-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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83 soll. Wie es Dr. Preuß mit aller Deutlichkeit betont, werden in ihr nicht etwa die ländlichen Arbeitersiedlungen juristisch zusammengefaßt — so wie es etwa nach den (Formen der europäischen Genossenseliaftsbeweigung der Fall sein könnte — sondern „Nir" umfaßt alle ländlichen Arbeiter, auch die Lohnarbeiter in den Kolonien (in den Arbeitersiedlungen gibt es keine Lohnarbeiter) und diese Organisation, in der die organisierte Gesamtarbeiterschaft gesicherten Einfluß hat, soll einerseits dem Kolonisator, der Zionistischen Organisation, als Kontrahent gegenüberstehen, andererseits die Oberaufsicht über die Siedlungen haben. Man sieht deutlich das Bestreben, die G es a m t arbeit er schaft als Gestor aufzustellen! und dadurch das Aufkommen eines Genossenschaftsegoismus zu unterbinden. Gegen diese Konstruktion haben auch Arbeitersiedler opponiert, wie der bekannte Agronom Elieser Joffe von Nahalal. Doktor Preuß spricht über die Gründe solcher Opposition. Auf der anderen Seite gab es Widerstand bei der Zionistischen Exekutive, welche dem Verlangen, die Siedlungsverträge mit „Nir" und nicht mit den Siedlern abzuschließen, nicht nachkommen konnte. Schließlich wurde das Kompromiß angenommen, daß die Pachtverträge mit den Siedlern geschlossen werden und „Nir" -sie quasi als Garant mitunterfertigt. Manche Fragen, wie jene des späteren Verhältnisses der Siedler, sobald sie die nationalen Kredite sukzessive abzahlen werden, zu „Nir" sind noch nicht definitiv geregelt. Wir behalten uns vor, auf die tiefgreifenden prinzipiellen Fragen der selbständigen Arbeiterwirtschaft in Palästina und ihres Verhältnisses zur kolonisierenden Instanz noch kritisch einzugehen. Die 'Begrenztheit des uns zur Verfügung stehenden Raumes bei der großen Fülle der zu behandelnden Fragen bedingt es, daß wir diesen nur nach und nach gerecht werden können. a. b. . Boden- und Siedlungspolitik, Von Dr. A. Granovsky, Jerusalem. I. Welches sind die Rollen, die der Boden- und Siedlungspolitik beim Prozeß des Aufbaues zufallen, und vor allem, in /welchem Verhältnis stehen diese beiden so wichtigen Faktoren der Aufbauarbeit zueinander? Es wäre interessant und in mancher Hinsicht lehrreich, die bestehenden Zusammenhänge zu analysieren und sodann auch die Grenzen ihrer Auswirkung %u ziehen. Die Bodenpolitik stellt kein abstraktes Problem dar und kann nicht an und für sich, unbeachtet des Ganges des Siedlungsprozesses betrachtet werden. Vielmehr ist sie eiri (Ergebnis bestimmter sozialer Ursachen, die sich -unter gewissen Umständen des Siedlungsprozesses einstellen. Es können im Laufe des letzter eh Erscheinungen auftreten, die seitens des Kolonisators Maßnähmen

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