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Palästina · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 56

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 1-2
Article
Die Entwicklungstendenzen der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 56 (sequence 7)
Language
German
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56 bedeuten würde, muß nicht besonders hervorgehoben werden, und es ist eine sehr bedauerliche Erscheinung, wenn man sich in den leitenden; Kreisen -der zionistischen Bewegung der Gefahr nicht bewußt wird und nichts tut, um ihr vorzubeugen. Es -soll nur auf einige Beispiele hingewiesen werden, um zu beweisen, wie schlimm es in «dieser Beziehung aussieht. Da ist erstens die Frage der E r z i e h u n g d e s j ü d i s c h e n A rb e i t e r s für P a 1 ä st i n a. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß das Erziehungsmoment heute, wo es gilt trotz aller Widerwärtigkeiten und momentaner Hindernisse das alte Ideal der jüdischen Arbeiterbewegung hochzuhalten und ihm zum Sieg zu verhelfen, von erstrangiger Bedeutung ist und daß von ihm sehr vieles, ja vielleicht alles abhängt. Und doch ist die Stütze, die die mit den größten Anstrengungen in den verschiedensten Ländern geschaffenen Hfechaluzorganisationen von der Zionistischen Organisation genießen, eine minimale, und man muß bloß einigermaßen mit dem schweren Leidensweg der Weltzentraie des Hechaluz bekannt sein, auf die unter anderem auch die traurige Pflicht fällt, .die paar hundert als Subvention für die Hechaluzbewegung gewährten Pfund von der -Zionistischen Exekutive herauszupressen — es fällt schwer, einen anderen Ausdruck hiefür zu finden —, um zu verstehen, wie sehr in dieser Beziehung gesündigt wird. Von dem Verhältnis weiter zionistischer Kreise — auch eines Teiles der leitenden zionistischen Beamten — zu der Hechaluzorganisation und zum. Hechaluzgedanken soll hier lieber nicht gesprochen werden. Gibt es ja Leute genug »unter ihnen, die — genau so wie die Anhänger der neuen Richtung in der Arbeiterbewegung in Palästina — die ganze Bewegung für überflüssig halten. Aber auch der Kampf, .der gegen die Autonomie des Arbeitererziehungswerkes in Palästina 'selbst geführt wird, beruht auf der Verkennung der grundlegenden Tatsache, daß dieses Erziehungswerk ganz besondere Aufgaben zu erfüllen hat, die sich aus der Eigenart der gegenwärtigen Verhältnisse im Land ergeben und für die Zukunft von geradezu entscheidender 'Bedeutung sind. Und nun zur Frage des Aufbaues des Landes selbst. Es soll hier absolut nichts gegen den weiteren Ausbau der Privatinitiative gesagt werden, die in mancher Beziehung ein Zeichen der wirtschaftlichen Erstarkung des Landes ist und von der Arbeiterbewegung iselbst im großeif und ganzen gebilligt wird^ schon deswegen, weil sie neue Arbeitsmöglichkeiten im Lande schafft. Das Gefährliche in der heutigen Lage ist nicht die Tatsache des Bestehens der zahlreichen Privatbetriebe, sondern dies, daß das nationale Kapital im Lande heute die richtungg e b e n de Rolle verloren h a t,. durch die es in den früheren Jahren gekennzeichnet war. Dies führt einerseits zur Vernachlässigung der landwirtschaftlichen Aufbauarbeit, die die einzig gesunde Grundlage unseres Kolonisationswerkes darstellen kann,

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