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Palästina · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 53

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 1-2
Article
Die Entwicklungstendenzen der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 53 (sequence 4)
Language
German
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53 munistischen oder jedenfalls sehr radikalen klassenkämpferischen Ueberzeugungen ins Land gekommen sind, der Versuch gemacht, ihrer Gesinnung zum Durchbrach zu verhelfen. Der Versuch wird jedoch diesmal durch die tatsächlichen Verhältnisse keineswegs zum Ersticken gebracht, im Gegenteil, er findet in der schweren chronischen Arbeitslosigkeit als auch in den ziemlich, häufigen Kämpfen in den Privatbetrieben kräftige Stützen und hat es vermocht, einen Teil der Arbeiterschaft, 'der 'Sicherlich nicht deswegen ins Land gekommen ist, um hier im Wege des Klassenkampfes den Gedanken der sozialen (Revolution zu verwirklichen, für die neue Ideologie zu gewinnen. So (kämpfen denn jetzt zwei Anschauungen um die Herrschaft innerhalb der 'jüdischen Arbeiterschaft: Die alte, die wir am Gingang des Aufsatzes skizziert haben, die das nationale und konstruktive Moment in der Bewegung auf das stärkste betont und im Arbeiter den Vorposten der Volksmassen in Palästina sieht, und die neue, die aus der jüdischen Arbeiterbewegung eine reine Klassenbewegung machen möchte, die alle nationale Momente aus ihrem Programm streichen und sich als Ganzes lediglich mit der Verteidigung der tagtäglichen (Interessen der Arbeiter, in erster Reihe im Wege des gewerkschaftlichen Kampfes beschäftigen soll. (Unendlich 'Schwer ist im gegenwärtigen Augenblick der Weg der ersten. Zur unmittelbaren Verwirklichung ihres Strebens stehen ihr nur sehr wenige Mittel zur Verfügung. Sie -kämpft entschlossen für die Schaffung neuer selbständiger landwirtschaftlicher Arbeiterwirtschaften als Zellen des nationalen Aufbauwerkes im (Lande, was angesichts der Knappheit der hiefür zur Verfügung, stehenden Mittel ein äußerst isehweres Unternehmen ist. Sie hat den Konkurrenzkampf mit der privaten Unternehmerschaft aufgenommen, um zu beweisen, daß von der Gesamtheit geschaffene und in ihrem Dienst stehende Betriebe den Privatbetrieben zumindest ebenbürtig seien und darüber hinaus ihren Mitgliedern bessere Arbeits- und 'Lohnbedingungen zu sichern vermögen. So ist die größte Bauunternehmung im Lande, der Solel-Boneh, so sind die immer zahlreicher werdenden gewerblichen Produktivgenossenschaften in den Städten entstanden und wird gegenwärtig der Versuch gemacht, auch für Durchführung der landwirtschaftlichen Arbeiten eine besondere Arbeiterunternehmungszentrale ins Leben zu rufen. Durch regste Beteiligung am politischen und kulturellen Leben der jüdischen Bevölkerung in Palästina wird die große Tradition der Vergangenheit, die im jüdischen Arbeiter den Organisator des nationalen;Lebens im Lande und dessen Führer sieht, wachgehalten. Andererseits -sucht man der beruflichen Zersplitterung der großen Masse der Arbeiterschaft, die in den zahlreichen Privatbetrieben beschäftigt ist, durch straffe Organisierung entgeg^nzuwirKen, die d^ Möglichkeit geben soll, die (Masse zu erziehen und sie ideologisch zu beeinflussen.

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