Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Die Finanzierung des Siedlungswerkes
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379858-2379860-2383508--04555-2383702- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 Es ist richtig, daß die Land Settlement Bank außer den sachlichen Assets des Keren Hajessod auch einen gewissen Betrag des Aktienkapitals in bar erhalten muß. Es ist auch die Frage diskutierbar, daß der Keren Hajessod in Zukunft für die Gelder, die er der Land Settlement Bank zuführt, in anderer Weise als durch Hergabe von Aktien kompensiert werden soll oder daß die Bank nur als Treuhänder fungiert. Nachdem die Wirtschaftskonferenz in London sich dahin ausgesprochen hat, daß die zu gründende Agrarbank Kredite nicht zur Ansiedlung von Landwirten, sondern den bereits angesiedelten Landwirten geben soll, wird es überhaupt nötig sein, mein Schema zu ändern. Ich halte den Londoner Beschluß vom banktechnischen Standpunkt für richtig. Wenn wir uns ihm anpassen, so muß der Vorgang der sein, daß, wie es bisher geschehen ist, der Keren Hajessod die Kredite für die Ansiedlung gibt und die Bank erst eingreift, wenn die Leute bereits fertig angesiedelt sind. Die von der Bank gewährten Hypothekarkredite würden dann an den Keren Hajessod zurückfließen und könnten von diesem immer wieder zur Neuansiedlung benützt werden. Allerdings würde, wenn die Hypothekenbank bis zu 50 Prozent des Wertes beleiht, das Maximum ihrer Leistung nicht mehr sein als 50 Prozent der vom Keren Hajessod bereits investierten und in Zukunft noch zu investierenden Gelder. Der von Dr. Ruppin hier erwähnte Beschluß der Londoner Finanzkonferenz vom Oktober 1926 über die Landbank~ lautet: 1. Die Konferenz ist der Meinung, daß für die Förderung der Entwicklung der jüdischen' Kolonisation die Schaffung einer Landbank nötig ist. Bevor die Bank gegründet wird, wäre festzustellen: a) ob eine Möglichkeit vorhanden ist, daß das Aktienkapital, das mit 200.000 Pfund veranschlagt ist, beschaffbar wäre, teils durch den4 Keren Hajessod und andere jüdische Institutionen und teilweise durch Bankiers, die für den Verkauf der Aktien interessiert werden, b) ob es eine Möglichkeit gibt, die Obligationen der Bank , mit Hilfe der jüdischen Bankiers abzusetzen, c) ob eine Möglichkeit vorhanden ist, daß die Regierung von Palästina, welche dank der jüdischen Einwanderung' und Kolonisation ihr (Einkommen wesentlich gesteigert hat, in der Erkenntnis, daß dies durch Erleichterung der Einwanderung auch fernerhin geschehen wird, in ihrem Jahresbudget ein jährliches Darlehen an die Bank durch 20 Jahre gewährt. Solche Darlehen von etwa 200.000 Pfund per Jahr würden die Bank befähigen, ihre Tätigkeit von-Anfang an auszuüben, selbst wenn der Verkauf ihrer Obligationen in den ersten fünf Jahren nur eine bescheidene Summe ergäbe. Zusätze: 1. Kredite sollen nur Siedlern, die bereits, im Lande ansässig sind, gegeben werden. 2. Selbstverständlich würden Darlehen der Regierung an die Landbank nicht ausschließen, daß die Regierung auch anderen Teilen .der Bevölkerung ähnliche Darlehen gewährt. 3. Daß die Regierung eingeladen werden soll, sich im Verwaltungsrat (Board) der Bank vertreten zu lassen.