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Palästina · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 35

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 1-2
Article
Die Finanzierung des Siedlungswerkes
Date
1927-01-01
Page
Seite 35 (sequence 10)
Language
German
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35 mehr die Gegenleistung der .Regierung die sein isoll, daß sie den jüdischen Einwanderern in der ersten Zeit Steuererleichterungen gewjährt und für ihre allgemeinen Bedürfnisse (Wasserversorgung, Drainage, Wegebau) sorgt. Durch die. englische Verwaltung, insbesondere durch die Verbesserung der Verkehrs- und Sicherheitsverhältnisse, ist auch die Produktionskraft der Fellachen gestiegen und ihre Bedürfnisse nach importierten Waren sind vermehrt worden; bis zu einem gewissen Grade sind also auch sie an der Steigerung der Steuereinkünfte beteiligt. Jedenfalls würde die Regierung, wenn sie für eine jüdische Anleihe garantiert, auch den Arabern eine solche Garantie nicht verweigern können. Das gibt auch Margulies zu und sagt, daß die Araber dann eben auch, wie wir Juden es tun werden, der Regierung eine bestimmte Anleihesumme anbieten sollen. Ich glaube, daß die Araber das genau so gut imstande sein werden wie die Juden; denn, sobald die Regierung bereit ist, ihre Garantie für eine Anleihe zu geben und die Rückzahlungen auf die Anleihe durch bestimmte Regierungseinnahmen sicherzustellen, so ist die Anleihe ohne Schwierigkeiten auf dem internationalen Geldmarkt placierbar.' Es ist sehr zweifelhaft, ob die jüdischen Kapitalisten, welche die jüdische Anleihe kaufen sollen, sich mit geringeren Zinsen begnügen werden als die nicht jüdischen Kapitalisten, welche die arabische Anleihe übernehmen sollen. Statt aber auf diese Weise zwei parallele Anleihen — eine jüdische und eine arabische — auf den internationalen Geldmarkt zu bringen, ist es selbstverständlich logischer, eine allgemeine Palästina-Staatsanleihe herauszubringen. In der Tat verlautet ja seit langem, daß die Regierung eine große Anleihe für Palästina plant und daß sie einen Teil davon für die Gründung einer Agrarbank verwenden will. Natürlich würde auch die jüdische Landwirtschaft bei einer solchen staatlichen Agrarbank Kredite erhalten, aber da die meist sehr verschudleteh Fellachen und arabischen Großgrundbesitzer mit sehr großen Darlehensforderungen an die Bank herantreten würden und sie der Zahl nach viel -stärker sind als die ' Juden, so würde der auf die Juden entfallende Teil der Anleihe so klein sein, daß er die Bedürfnisse der (jüdischen Kolonisation nur zum kleinsten Teil decken könnte. Wir müssen deshalb bei dem Plane einer eigenen jüdischen Land Settlement Bank bleiben. Wenn eine Garantie der Regierung für eine Anleihe dieser Bank nicht erreichbar ist, so glaube ich, daß die Bank nach dem obigen Schema auch ohne Regierungsgarantie genügende Sicherheiten bieten würde. * Zu vorstehendem fügen wir noch hinzu, daß >Dr. Art hm r R u p p i n in -einem Briefwechsel über diesen Vorschlag sich am am 21. Dezember 1926 wie folgt äußerte:

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