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Palästina · 1911-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 268

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 11-12
Article
Der Bachar
Date
1911-01-01
Page
Seite 268 (sequence 6)
Language
German
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warteten schon auf den Tag, da wir uns plötzlich „von Angesicht zu Angesicht" sehen werden. Dann wird die Arbeit erst fröhlich werden. - Einstweilen aber hört man auch das Singen und das Rufen von einer Reihe zur anderen. Und da beginnen wir auch, uns einander zu zeigen. Zwei Reihen junger Juden, gegeneinander stehend, und der Jubelruf „Hedad" macht die Luft erzittern. — Zwei Reihen von Spaten werden gegeneinander geschwungen. „Schalom! Schalom! Schalom aleichem!" Von jetzt ab warten wir auf den Tag, da die beiden Bachars wirklich aneinanderstoßen werden, Spaten an Spaten reichen, Angesicht und Angesicht sich treffen. Einmal kommt unser Herr, mit einem Lächeln auf den Lippen, und berichtet uns, daß der „Waad" ihn neuerdings ermahnt, uns zu entlassen, mit der Begründung, daß wir nach fünf Jahren seinen „Pardes" wegnehmen könnten, den wir „durch unsere Arbeit erworben". Er lacht und wir lachen mit ihm und beruhigen ihn: „Ihr könnt sicher sein des guten Zieles unserer Arbeit; wir tun sie doch für uns alle." Man fragt ihn, ob er uns auch das Graben der kleinen Gruben für Pflanzungen übertragen wird. Da aber schwand sein Lächeln — diese Arbeit kann er uns nicht übertragen, aus Furcht vor dem „Waad" — „auf diese Arbeit, das "Umgraben, kann ich erwidern, daß sie noch vor der kritischen Zeit gegeben wurde". Uns aber eine neue Arbeit zu geben, mitten in der Krise — das vermag er nicht. „Wie?" fahren da einige Arbeiter auf mit verwildertem Haar und einem Ausdruck von Zorn und VerJetztheit — auf unseren Bachar werden Araber kommen und die Gruben machen! So werden wir den Boden für andere zurechtmachen? — Nein! wir werden gar nicht auf euch hören! Wir werden unsere Spaten nehmen und einfach arbeiten geh'n. Sollen sie mit uns zu streiten beginnen, sollen sie uns vom Felde jagen — mit unseren Aexten stehen wir gegen sie! Da erzürnte sich aber unser „Pakid" über uns und mit ihm noch einige.Arbeiter. „Was? Eine neue Schnorrerei denkt ihr von eurer Seite einzuführen? Bitten? "Man muß es nicht! Ist er ein solcher Feigling, unser Herr, daß er sich vor dem „Waad" fürchtet, während er uns zugleich Recht gibt, dann mag er gehen und die Arbeit den Arabern geben!"-- Aber die Freude war von unserem Bachar genommen. Wir werden mißmutig, bald ärgert sich einer über den anderen. — Ja es brach einmal ein heftiger Zank aus zwischen zwei Arbeitern. Der eine ein „Intelligenter", der andere, ehemals ein Schmied, sind über einem Spaten und beanspruchen ihn, jeder als den seinen. Der eine zieht hierhin, der andere dorthin. Der Griff dieses Spatens ist besonders gut — deshalb streiten sie. Ihre Aufregung ist so groß, als ging' es um das Leben, die Augen glühen, ihr Ausdruck ist drohend, der Schmied stößt Schimpfworte aus, der Intelligentere beißt in die Lippen — sie sind gegeneinander voll Wut und keiner will nachgeben. Da will unser „Pakid" versöhnen, wendet sich an beide in kluger Weise — umsonst! Der „Pakid" bietet seinen eigenen 268

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