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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 216

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Zionisten-Kongresse und Palästina-Arbeit
Date
1911-01-01
Page
Seite 216 (sequence 13)
Language
German
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Zulässigen weit hinausgehende Kritik, die da am EAK. geübt wurde, haben dann bewiesen, daß die Hoffnungen des VIII. Kongresses sich nicht erfüllt hatten. Die Kritik nahm nur einen von den drei Mitgliedern des EAK., Prof W a r b u r g, aus. Wohl konnte dieser in seinem eingehenden Bericht von einer ganzen Reihe von Arbeiten seines Ressorts berichten, geleistet mit den wenigen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, und dem geringen Apparat seines bescheidenen Bureaus — und die wahrlich nicht ohne Bedeutung sind für die fernere Entwicklung Palästinas, eines jüdischen Palästina. Aber die Mehrheit des Kongresses hatte den Eindruck, daß die anderen Mitglieder des EAK. ihm zu viel an Arbeit überlassen, ihn bei seiner Arbeit zu wenig gefördert hätten. Wohl hatte der JNF. seine Position inzwischen in Palästina ausgebaut, die APC. hatte ihr Tätigkeitsgebiet erweitert. Aber so vieles war ungeschehen geblieben, wozu in Köln und in London die Mittel vorhanden waren, aber nicht genutzt wurden. Kann, das eine der anderen Mitglieder im EAK., hielt ein Referat über „Handel und Industrie in Palästina", worin er einen Ueberblick über industrielle und Handelsmöglichkeiten in Palästina gab, aber ohne etwa zur Tätigkeit anzufeuern, sondern mit der Tendenz jedem raschen Tempo vorzubeugen: „Wir wollen sicher gehen, denn jedes Mißlingen kann unsere Sache gefährden. Ich warne Sie davor, daß Sie sich imponieren lassen durch manche Projekte, von denen man Sie glauben machen will, daß die zionistische Organisation sie ausführen müsse." Dieses, und auf der anderen Seite die Auffassung, die zionistischen Gelder müssen wie „Mündelgelder" verwaltet werden — was alles einen richtigen Kern hat — charakterisierte das im Zeichen der Synthese vom VIII. Kongresse eingesetzte EAK. Ein Kritiker sagte: Das EAK. suchte nicht nach Möglichkeiten etwas in Palästina zu schaffen, sondern stets nach Schwierigkeiten, hielt seine Augen wie gebannt an den Möglichkeiten der Gefahren bei jedem Projekt, das von anderer Seite vorgeschlagen wurde. Die weit überwiegende Majorität des Kongresses zeigte deutlich und gerade oft genug, daß dieses Kunktatorentum nicht in seinem Sinne sei. Wenn nichts anderes, bewiesen dies die Beschlüsse zum weiteren Ausbau der Arbeit in Palästina, der weiteren Stärkung unserer Position daselbst, z. B. der Beschluß in der Frage der Ueberleitung der Mittel des JCT. nach Palästina . . . Es dürften ihrer nur sehr wenige mehr gewesen sein, die mit Motzkin die Palästinaarbeit nur noch als ein Propagandamittel aufaßten, die weit, weit überwiegende Majorität stimmte mit Warburg, der diese Auffassung zurückwies als eine Ansicht, „mit der wir uns nie und nimmer versöhnen können . . . Unsere Palästinaarbeit regt und streckt und entwickelt sich ... So wird von Kongreß zu Kongreß die Palästinaarbeit immer größere Bedeutung gewinnen und zum Selbstzweck werden. Es ist undenkbar, die Entwicklung zurückzuschrauben." Was hilft aber dies gegenüber der taktischen Ueberlegenheit der kleinen Minderheit, die bewußt noch auf dem Standpunkt der „Renommierarbeit" in Palästina steht, ja die sogar noch an dem alten, bei diesem 216

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