Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 7-9
- Article
- Zionisten-Kongresse und Palästina-Arbeit
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 14)
- Language
- German
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Kongreß offiziell ad acta gelegten „Charterismus" zu stehen scheint, die sich als die einzig wahren Erben der Ideen Herzls betrachtet? Die Anhänger der systematischen Vorbereitung des Landes, der Palästina-Arbeit, haben sich beim IX. Kongreß (nicht zum ersten Male) unfähig erwiesen, sich ein EAK., eine Leitung zu schaffen, die wirklich ihren Intentionen entspricht. Die Zionisten stehen vor dem X. Kongreß. Werden sich diesmal die Delegierten fähiger erweisen? Werden sie inzwischen gelernt haben, ihrem Wunsche nach Ausbau der Palästina-Arbeit nach allen Richtungen, mit allen vorhandenen Kräften und Mitteln zum endlichen, wirklichen Durchbruch zu verhelfen? Oder wird man auch vom X. Kongreß etwa wieder sagen müssen, was Friedemann einmal aussprach: „Wenn man praktische Arbeit tun will, arbeitet man und schweigt, aber bei uns hat man nicht gearbeitet, sondern geredet?" Mit einem Wort aus jüngster Zeit sei es gesagt: Est ist hoch an der Zeit, daß die Zionisten, die eine energisch vorwärtsschreitende jüdische Entwicklung in Palästina wollen, endlich einmal ablegen die „nervöse Angst vor der eigenen Courage." Der Nutzen der jüdischen Kolonisation für das Türkische Reich. In jüngster Zeit haben in der türkischen Kammer wiederholt Debatten über den Zionismus stattgefunden, welche von einigen übelwollenden arabischen Deputierten provoziert wurden. Dieselben sind Großgrundbesitzer in Syrien, welche es schmerzlich empfinden, daß ihre Fellachen und Pächter, die bisher aufs ärgste ausgebeutet wurden, mit höheren Ansprüchen an sie herantreten, seit durch die jüdische Kolonisation die Arbeitsgelegenheiten vermehrt wurden, das Lohnniveau gesteigert und das Volk aufgeklärt wird. Diese Angriffe fanden sowohl im Parlament, als auch in der Presse, besonders in der arabischen, die gebührende Zurückweisung. Es wurde der Nachweis geführt, wie vorteilhaft die jüdische Kolonisation in Palästina für das Türkische Reich ist, was im Zuge der Polemik, namentlich durch die Konstantinopeler Tageszeitung „Le Jeune Türe" durch eine Fülle von Daten und Ziffern belegt wurde. Wir geben nahstehend eine Auswahl aus diesem Material: Die Gegner der jüdischen Kolonisation Palästinas behaupten, daß die Terrains der jüdischen Kolonien zum größten Teile den Bauern (Fellachen) abgekauft wurden, wodurch diese entwurzelt worden sein sollen. Die nachstehende Tabelle erweist, daß die große Mehrzahl der Terrains von Großgrundbesitzern erworben wurde: 217