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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 215

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Zionisten-Kongresse und Palästina-Arbeit
Date
1911-01-01
Page
Seite 215 (sequence 12)
Language
German
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Kenntnis, Ausbau des „Bezalel" und der „Oelbaumspende", zwei neue Organisationen: „Palästina-Pflanzungsverein" und „Industrie-Syndikat". Der Kongreß setzte einen großen Palästinaausschuß ein (ein erster Versuch zu einer Sektionierung des Kongresses), der die Maßnahmen zu beraten hatte, die die weitere Palästinaarbeit fördern sollten. Die Kommission arbeitete eifrig, nicht behindert durch eine Galerie von Zuhörern. Sie erstattete dem Kongreß einen ausführlichen Bericht und stellte eine Anzahl Anträge, an die sich eine prinzipielle Debatte über die Fragen der Palästinaarbeit anschloß. Eine Debatte, die vielleicht alle bisherigen Kongreßdebatten durch ihren Gehalt überragte und die ihren Abschluß fand in zwei prächtigen Reden Warburgs und Schmarjah Lewins. Gegen verschwindende Minoritäten nahm schließlich der Kongreß eine Anzahl Anträge an, die zeigen, daß es diesmal der weitaus überwiegenden Majorität der Delegierten darum zu tun war, daß die begonnene Arbeit in Palästina ausgebaut und daß sie auf eine feste und sichere Basis gestellt würde. An die Stelle der Palästinakommission trat das Palästinaressort des EAK. Ihm wird ein in Palästina befindliches aus einem oder mehreren besoldeten Beamten bestehendes Palästina-Amt unterstellt. 25 Prozent aller nicht für besondere Zwecke festgelegten Einnahmen des AK. werden dem Palästinaressort zur Verfügung gestellt. Dieses wird beauftragt, die Frage der Siedlungsgenossenschaft für Palästina zu studieren und seine besondere Aufmerksamkeit den Bildungsanstalten in Palästina zuzuwenden, für deren Zwecke einen besonderen Fonds zu schaffen und für die Entwicklung einer hebräischen Mittelschule Sorge zu tragen. Einige weitergehende Wünsche der Poale Zion wurden ihm zur Berücksichtigung übergeben. Schließlich wurde noch der wichtige Beschluß gefaßt, daß bei der APC. eine Abteilung für langfristige Kredite auf ländlichem und städtischem Boden eingerichtet werde, welche auch das Recht haben soll, Boden zu kaufen, zu verkaufen, zu parzellieren, zu pachten, zu verpachten und zu ameliorieren. Dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt als Kompromiß gegenüber dem Antrag auf Schaffung einer besonderen Bank für Parzellierung und Bodenkredit. Es ist bezeichnend für diesen Kongreß, daß er den größten Teil seiner Zeit der Erörterung der Fragen der Palästinaarbeit widmete, weniger der Frage, ob solche zu tun, als mit welchen Mitteln und Methoden die „Vorbereitung des Landes" geschehen solle, die nach den offiziellen Worten der Eröffnungsrede dieses Kongresses parallel der politischen Arbeit und der Vorbereitung des Volkes zu gehen hat. Daß in der vorangegangenen Periode nicht schon mehr geleistet worden war, führte man darauf zurück, daß das EAK. zu groß, die Mitglieder zu zerstreut waren und daß es vor allem nicht homogen zusammengesetzt war. Wie dem auch sei — inzwischen war anscheinend eine Synthese der einzelnen Richtungen erfolgt und der Kongreß besiegelte sie durch seine Abstimmungen. Er konnte annehmen, seine eigenen durch seine Abstimmung zum Ausdruck gebrachten Intentionen am öesten zu fördern, durch die Wahl des vorgeschlagenen dreigliedrigen EAK. Zweieinhalb Jahre vergingen bis zum IX. Kongreß. Seine noch unvergessenen Stürme, die scharfe, in der Form oft über das Maß des 215

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