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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 214

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Zionisten-Kongresse und Palästina-Arbeit
Date
1911-01-01
Page
Seite 214 (sequence 11)
Language
German
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man eigentlich philanthropische Schnorrerzüchterei meinte. Um nun aber ja allem Uebel vorzubeugen, faßte derselbe Kongreß auch den Beschluß, „daß für Rechnung des JNF. insolange keine Bodenankäufe zu machen sind, als sie nicht auf sicherer rechtlicher Grundlage geschehen können. Ueber das Vorhandensein dieser Grundlage hat die Leitung nach ihrem Ermessen in jedem einzelnen Falle zu entscheiden." Es kam also auf den Entscheid der Leitung an.-Die taktisch der Mehrheit überlegene Minderheit des Kongresses wählte eine Leitung, von der sie annehmen konnte, daß sie in ihrem Sinne arbeiten würde . . . Der VII. Kongreß hatte dabei zum ersten Male von in Palästina im Namen des Zionismus ausgeführten Arbeiten vernommen, von den Arbeiten der vom VI. Kongreß eingesetzten Palästina-Kommission, von der Warburg mit Recht aussagen konnte, daß sie auf die nichtzionistische Welt den besten Eindruck gemacht und viel zur Hebung des jüdischen Einflusses in Palästina und zur Hebung des zionistischen Prestiges beigetragen hatten. Zwar hatte die Kommission nur zwei Fünftel des ihr vom VI. Kongreß bewilligten Budgets erhalten. Aber ihre Arbeit bewies, daß es nicht bloß auf eine reichliche Dotierung ankomme, sondern auf den Willen zur Arbeit daß das Fehlen von Mitteln keine Entschuldigung für Untätigkeit sei. Die „Oelbaumspende" war ins Leben gerufen, der „Bezalel" begründet, die Zeitschrift „Altneuland" herausgegeben Ferienkurse eingerichtet, wirtschaftliche und wissenschaftliche Forschungen waren unternommen worden, andere Arbeiten bereits in Angriff genommen. Warburg entwickelte auch sein Programm für die weitere Arbeit, das durchaus kein unpolitisches ist, sondern ein synthetisches. Der Jaffaer Mädchenschule wurde ein Betrag bewilligt, ein großer eingehender Antrag auf Ausbau bzws. Begründung einer „Nationalbibliothek" wurde angenommen, ebenso Anträge auf Einsetzung einer Kommission zur Förderung von Palästina-Reisen und auf Uebergabe des Forschungs- Materials über El-Arisch an die Palästina-Kommission. Dennoch kann man sagen, daß der größere Teil der Delegierten den Wunsch auf konsequente Durchführung des wichtigsten Beschlusses dieses Kongresses, den oben zitierten Entschluß zur „systematischen Ausgestaltung unserer Position in Palästina" wohl zu verbergen wußte. Die Verhandlungen des VIII. Kongresses lieferten den Beweis dafür. Warburg war zwar Mitglied des EAK. geworden, gehörte also der engeren Leitung, sogar als stellvertretender Präsident an, er war aber genötigt gewesen, diese seine Eigenschaft von seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Palästina-Kommission streng zu sondern. Wohl sagte er selbst: Jedes Mitglied der EAK. sei für die politische und für die wirtschaftliche Arbeit gewesen. Aber es gab Differenzen über den Grad und Schnelligkeit, mit der die Arbeiten in Palästina und für unsere Position im Lande getan werden sollten. Wieder hatte die Palästina-Kommission nicht das ihr zustehende Budget erhalten. Das Wenige, was sie bekommen, die geringen freiwilligen Spenden und selbst die neu aufgenommene Schuld, was war das alles gegenüber den Aufgaben, die zu erfüllen waren? Und doch war manches Wertvolle geleistet worden: Erforschungsarbeiten, Förderung der Palästina- 214

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