Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 7-9
- Article
- Zionisten-Kongresse und Palästina-Arbeit
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 7)
- Language
- German
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vorbereiten." Als zweiten Schritt forderte er, „sich an der großen Aktion zu beteiligen, welche einfach eine Ehrenpflicht ist, nämlich die vorhandenen jüdischen Arbeiter in Palästina zu erhalten"* Ein Bankausschuß wurde eingesetzt, der alle mit der Bank zusammenhängenden Fragen beriet. Aus den Beschlüssen, die das Plenum dann nach den Referaten des Ausschusses faßte, interessiert uns hier der mit allen gegen fünf Stimmen angenommene Antrag Ussischkin, der die Errichtung einer Geschäftsstelle in Palästina empfahl, mit einem Kapital bis Maximum 400.000 Frcs., die sich bis zur Erreichung rechtlicher Bedingungen nicht mit Kolonisierung, sondern mit verschiedenen Handels-, Kommissions- und Bankgeschäften abzugeben hat." Damit war der Grundstein zur Anglo Palestine Company (APC.) gelegt. Auch ein Kolonisationsausschuß war eingesetzt worden. Er ließ zwar ein langes Referat dem Plenum erstatten, begnügte sich aber damit, daß seine Entschlüsse teils dem AK., teils der Bank zur Berücksichtigung überwiesen wurden. Er scheint seinen eigenen Entschlüssen keine große Bedeutung beigemessen zu haben. Als Antrag ist zu registrieren: „Der Kongreß wolle erklären, daß die palästinensische Kolonisation- und Landfrage energischer als bisher gepflegt werde. Der Kongreß möge zu diesem Zwecke für die Arbeiten dieses Komitees einen entsprechenden Betrag anweisen. Der Kolonisationsausschuß schlägt als entsprechenden Betrag zunächst die Summe von 5000 Frcs. vor, welche je nach Bedarf dem ständigen Kolonisationskomitee für Spesen etc. zur Verfügung zu stellen sind." Kann man bescheidener auftreten? Aber . . . eben war ja von Trietsch auf den unter englischer Oberhoheit stehenden südwestlichsten Teil Palästinas, auf El Arisch, hingewiesen worden. Der Ausschuß kann es sich da nicht versagen, Palästina „im engeren Sinn" als dasjenige Land zu bezeichnen, „in dem die öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte zu errichten" sei. Sie ahnten nicht, daß in der Zeit bis zum nächsten Kongreß Herzl sich El Arisch zuwenden würde und daß dafür dann etwas mehr aufgewandt werden würde als die bescheidenen 5000 Frcs, die man hier kaum zu fordern wagte für Arbeiten im großen Palästina, und die man natürlich auch nicht bewilligt erhielt. Doch eins erkannte dieser Ausschuß doch: Sollte überhaupt eine Arbeit geleistet werden, so war Konzentrierung der Kräfte erforderlich, das Komitee mußte „in einem Orte arbeitsfähig" gemacht werden. Das war auch das einzige, was das AK. ohneweilers billigte. Natürlich betont dieser Auschuß, daß nichts geschehen dürfe, ehe nicht „eine Konzession im engeren oder weiteren Sinne erreicht sei". Die Komission betont, daß sie „ihre Ungeduld zu zügeln" weiß. Sie warnt auch vor einer Zersplitterung der Kräfte, immerhin möchte sie aber den Antrag Tschlenow vom IV. Kongreß auf Bereitstellung von 1C0.000 Frcs. zur Etablierung der in Palästina ansässigen jüdischen Arbeiter unter gewissen Kautelen erfüllt haben. Wie gesagt, die Anträge wurden sämtlich den verschiedenen Instanzen „zur Berücksichtigung" überwiesen. Bedeutungsvoll für die Arbeit in Palästina, wenn auch nicht im Augenblick, wurde der V. Kongreß außer durch seinen schon vorhin erwähnten Beschluß auf Errichtung der APC. durch die endgiltige Schaffung 210