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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 208

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Zionisten-Kongresse und Palästina-Arbeit
Date
1911-01-01
Page
Seite 208 (sequence 5)
Language
German
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desselben beantragte T s c h 1 e n o w eine Anzahl von Paragraphen, teils als Beschlüsse, teils als Resolutionen, die dem IL Kongresse gegenüber nicht viel Neues enthielten. Wieder sollte ein Kolonisationskomitee eingesetzt werden, dem die spezielle Aufgabe zugedacht war, im „Einverständnis mit dem AK." in Palästina ein Bureau einzurichten zum Zwecke der Erforschung des Landes in wirtschaftlicher, insbesonders agrikultureller und industrieller, in kultureller und rechtlicher Beziehung. „Die nötigen Mittel hat das AK. zu beschaffen." In seinen Resolutionen schlug der Ausschuß vor, neben dem Ausdruck der Freude und der Genugtuung darüber, daß Herzl als erste und wichtigste Aufgabe der Bank die Erwerbung des Charters proklamiert habe, der Bank zu empfehlen, „sobald sie ihre Tätigkeit eröffnet, gutsituierten Kolonisten gegen hypothekarische Sicherheit billigen Kredit zu gewähren". Herzl hatte Bedenken gegen Annahme dieser Vorschläge und wollte sie alle nur dem AK. als Resolutionen mitgegeben wissen. Schließlich verständigte man sich dahin, daß die Beschlüsse nur bindend seien, „soweit die Kräfte reichen". Die Anträge wurden angenommen, die Kommission gewählt. Sie konstituierte sich auch unter der Leitung Dr. Gasters, der dann beim IV. Kongreß, wiederum kurz vor Toresschluß, als der Kongreß schon in der Neilah-Stimmung war, einen kurzen Bericht über die „Tätigkeit" der Kommission erstattete: „Wir haben sehr wenig zu berichten über das, was wir im Laufe des Jahres haben leisten können. Nicht daß wir etwa nicht gewollt hätten, aber uns waren die Mittel versagt, die Bank war nicht imstande etwas zu leisten und die Schekelgelder sind nicht reichlich geflossen. Das einzige, was die Kommission getan hatte, war, daß sie versucht hatte, „mit allen kolonisatorischen jüdischen Vereinen Fühlung zu nehmen". Mit welchem Erfolge, darüber fehlt jeder Bericht. Auch dieser Kongreß hatte zu Beginn seiner Tagung einen Kolonisationsausschuß eingesetzt. Namens desselben schlug J o f f e -Jaffa eine Resolution vor, „der Kongreß möge den Wunsch aussprechen, man möchte sich in Bezug auf die Kolonisation in der bisherigen Richtung weiterbewegen, nämlich vor allem die in Palästina bereits Ansässigen mit der Agrikultur beschäftigen, in Sonderheit jene Juden, die bereits türkische Untertanen sind und jetzt ohne jegliche Arbeit dastehen". Tschlenow wollte außerdem das AK. verpflichtet wissen, „seinen Einfluß als Aufsichtsrat der Bank dahin auszuüben, daß sie, sobald sie leistungsfähig wird, einen Anteil an der Einrichtung der Arbeiter übernimmt, von denen man tüchtige Arbeit erwarten kann. Der Anteil soll aber nicht von solchem Umfange sein, daß ihre Aktionsfähigkeit erschwert wird". Außerdem verlangte Tschlenow jedoch noch bestimmte Garantien für den Rückeingang dieser Gelder an die Bank. Es handelte sich also nur um die Hergabe eines garantierten Darlehens. Das Protokoll berichtet nichts über eine Abstimmung dieser Vorschläge. Das war zu der Zeit, als eine starke Emigration jüdischer Arbeiter aus Palästina eingesetzt hatte. Von Bedeutung ist, daß der IV. Kongreß sich endlich wieder der Frage der Schaffung eines „jüdischen Nationalfonds" (JNF.) zuwandte. Im Prinzip war er ja bereits vom I. Kongreß beschlossen. Am II. hatte Wolffsohn an diesen Beschluß erinnert. Die Angelegenheit schien 208

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