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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 207

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Zionisten-Kongresse und Palästina-Arbeit
Date
1911-01-01
Page
Seite 207 (sequence 4)
Language
German
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unter Leitung einer vom Kongreß gewählten Komission durchgeführt werden soll". Er erklärte weiter, daß „die ersten Kolonisationsschritte mit den in der Türkei sich aufhaltenden Juden vorgenommen werden" sollen. Die Tätigkeit der von diesem Kongreß beschlossenen „Kolonialbank" sollte zur Erwirkung einer Kolonisationserlaubnis bei der türkischen Regierung beitragen. Die einzelnen Zionisten sollten sodann verpflichtet sein, ihren Einfluß bei den Kolonisationsgesellschaften dahin geltend zu machen, daß diese in Zukunft im Sinne der Beschlüsse dieses Kongresses arbeiten. Das AK. sollte schließlich die rechtlichen Verhältnisse der Juden in der Türkei, besonders in Palästina untersuchen. Zwei Anträge auf Errichtung von Musterwirtschaften und Ackerbauschulen wurden der eben eingesetzten Kommission überwiesen. Auch bei dem Beschluß der Gründung der Kolonialbank wurden dieser eine Anzahl spezieller Aufgaben zugewiesen, die sie in Palästina durchführen oder fördern sollte, soweit dieselben eine angemessene Rentabilität in Aussicht stellen, alles Unternehmungen im Sinne einer praktischen Gegenwartsarbeit in Palästina. Für diese Arbeiten ist keine Beschränkung nach der Richtung vorgesehen, daß die Mittel hiefür nicht auf längere Zeit festgelegt werden sollen. Der III. Kongreß war anders zusammengesetzt als die ersten beiden. Eine ganze Reihe von Männern hatte inzwischen die zionistische Organisation verlassen, weil sie ihnen die Arbeit in Palästina nicht zu fördern schien und sie es vorzogen, ihre Kräfte dieser zu widmen. Ihre Abwesenheit dokumentiert sich in den Verhandlungen dieses Kongresses dadurch, daß sie sich mit der Arbeit in Palästina so gut wie gar nicht befaßten. Für das vom II. Kongreß eingesetzte Kolonisationskomitee erstattete Cohen- Hamburg einen kurzen Bericht, der gleich damit eingeleitet war, daß das Komitee nur „wenig Gelegenheit hatte, seine Wirksamkeit auszuüben". Das Komitee hatte einer Kolonie eine Unterstützung verschafft, hatte ohne Erfolg versucht, mit Kolonisationsgesellschaften in Konnex zu kommen und sich schließlich mit der Frage der Erwerbung von Grund und Boden bei Modiin in Judäa beschäftigt, wo sich Geburts¬ und Grabstätten der Makkabäer befinden, und daran gedacht, diesen dort ein lebendiges Denkmal durch Errichtung etwa einer Ackerbauschule zu setzen. Es hatte aber nichts weiter tun können, als sich das Vorkaufsrecht zu sichern.*) Das war alles, was die Kommission berichten konnte. Der Referent gab noch der Hoffnung Ausdruck, daß nach Begründung der Kolonialbank, für die alle Tätigkeit und Energie der Zionisten im letzten Jahre in Anspruch genommen waren, die „für eine selbständige kolonisatorische Arbeit bisher fehlenden Mittel in energischer und dauernder Weise für diesen wesentlichen Zweck der zionistischen Bewegung zur Verfügung kommen werden". Der Kongreß nahm diese Mitteilung kurz vor seinem Abschied ohne sonderliche Emotion hin. Für eine Debatte schien keine Stimmung, es fehlten wohl auch zum Teil die Männer, die früher diese Fragen eingehend behandelt hatten. Auch ,ein Versuch T r i e t s c h's, in diesem Moment von Cypern zu sprechen, mißlang. Wieder war zu Beginn der Verhandlungen ein Kolonisationsausschuß eingesetzt worden. Namens *) Was übrigens weiter daraus wurde, darüber verlautete nichts mehr. 207

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