Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 7-9
- Article
- Bemerkungen zur arabischen Frage
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 3)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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Araber aus dem Libanotigebiet nach Palästina einwandern. Es wandern nämlich sonst diese Araber vielfach nach Amerika aus.x) Aber sie lieben ihre Heimat und verlassen sie nur, um jenseits des Ozeans Geld zu verdienen, um dann zurückzukommen und Land zu kaufen. Die Folge ist eine enorme Steigerung der Bodenpreise im Libanongebiet. Solange in der Türkei der Absolutismus herrschte, verblieben die Bewohner des Libanon in ihrem mit politischen Vorrechten ausgestattetem Gebiete. Seit Einführung der Verfassung aber wandern sie vom Norden her nach dem eigentlichen Palästina ein, auch hier Boden erwerbend, die Bodenpreise in die Höhe treibend und vor allem auch — diese Araber sind Christen — gegen die Juden Haß und Feindschaft säend. Diese Tatsache des zunehmenden Judenhasses unter den Arabern, besonders unter den christlichen des nördlichen Palästina, muß uns zu denken geben. Symptome davon zeigten sich in den letzten Monaten genug. In Haifa wurde ein ganzes Kesseltreiben gegen die Juden arrangiert, neu ankommende Juden (so berichtete der „Hapoel Hazair") wurden mit Schmähworten und mit den Rufen: „Ihr wollt uns unseres Landes berauben!" empfangen. Der jüdische Arbeiterklub in Haifa wurde geschlossen, der Weiterbau des Technikums untersagt, und obzwar diese Maßnahmen nach kurzer Zeit wieder rückgängig gemacht wurden, so zeigten sie doch, daß die antijüdische Hetze auf fruchtbaren Boden fällt. Der einzige Landkauf, der im letzten Jahre von jüdischer Seite zustande gebracht wurde — Fuleh in der Jesreelebene — wurde von der arabischen öffentlichen Meinung heftig bekämpft. „Unsere Feinde, besonders die Christen in Galiläa, schlugen Lärm. Die in Haifa erscheinende Zeitung „Karmel" brachte eine ganze Serie von Artikeln gegen die Juden, die Palästina erobern wollen. Die galiläischen Christen hielten Versammlungen ab und sandten Protesttelegramme nach Stambul und an die türkischen Zeitungen" — so schreibt Dr. J. Lurie im „Haolam" (1911, Nr. 2, S. 3). Es wäre freilich nichts törichter, als wenn wir uns durch solche Vorkommnisse entmutigen lassen wollten. Daß Palästina für unser Volk kein Schlaraffenland sein wird, können wir nur — hoffen. Aber eine vorsichtige und vorsorgliche jüdische Politik wird doch überlegen müssen, wo die Ursuchen der judenfeindlichen Stimmung unter den uns stammverwandten Arabern liegen, und wird bestrebt sein, das Erstarken einer antijüdischen Bewegung zu verhindern, wenigstens solange wir in Palästina eine verschwindende Minderheit sind. *) Vgl. hierüber auch Mitteilungen und Nachrichten d. D. Palästinavereins 1905, S. 58. 192