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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 191

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Bemerkungen zur arabischen Frage
Date
1911-01-01
Page
Seite 191 (sequence 2)
Language
German
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bach sagen müssen: „Es sind nicht europäische Mächte, die uns Juden Palästina vorwegnehmen könnten, sondern es ist das einheimische arabische Element, welches fortschreitend erstarkt, sich zivilisiert und mit europäischen Methoden zu arbeiten beginnt. Wie oft haben gerade unsere eifrigsten Vertreter der praktischen Arbeit den Satz ausgesprochen: ,Wenn wir uns nicht beeilen, werden andere Palästina nehmen'. Niemand wird es nehmen, sondern die arabische Bevölkerung, verstärkt durch etwas türkische und ägyptische Elemente, wird die herrschende Macht bleiben, die sie jetzt ist". („Welt", 1910, S. 1101.) Von hier aus erhellt auf das deutlichste die Wichtigkeit, welche die industrielle und kommerzielle Kolonisation für uns hat. Durch sie können wir auf natürliche Weise im Lande die numerische Stärke erlangen, die wir erreichen müssen, wenn Palästina ein Land mit einer beherrschenden jüdischen Kultur werden soll. Auch über diese von berufener Seite wiederholt verfochtene These ist man sich theoretisch ziemlich klar, aber in der Praxis merkt man wenig von dieser Einsicht. Freilich wird in zionistischen Kreisen vielfach eingewendet, man dürfe die Kolonisation nicht von oben beginnen, man müsse erst mit landwirtschaftlicher Kolonisation den Grund legen usw. In solchen Ansichten verrät sich wieder einmal der unselige Irrtum, daß Palästina ein leeres Land ist, das darauf wartet, daß wir kommen und nach unsern Plänen alles einrichten. Tatsächlich hat ja Palästina — soweit es die jetzige Steuer- und Zollgesetzgebung überhaupt möglich macht — seine Industrie, seinen Handel, ob wir wollen oder nicht. Das Eisenbahnnetz hat sich in den letzten Jahren eminent vergrößert, dem Straßenwesen will man jetzt gleichfalls eine erhöhte Aufmerksamkeit schenken, Gesellschaften bemühen sich um die Ausbeutung der vorhandenen Bodenschätze, Jaffa soll einen Hafen bekommen, und von Haifa meldeten erst kürzlich die Zeitungen, daß sein Hafen erweitert und verbessert werden soll und daß eine zur Exploitierung der Mineralschätze von Es-Salt gebildete Gesellschaft das Geld dazu hergibt. Es scheint mir sehr fraglich, ob die autochthone Bevölkerung Palästinas ausreichen wird, um die bei allen diesen Unternehmungen (und den vielen, die sie im Gefolge haben werden) notwendigen Arbeiter zu stellen, aber mindestens ebenso fraglich ist es, ob nichtjüdische Unternehmer ein Interesse daran haben werden, jüdische Arbeiter zu beschäftigen. Tatsächlich besteht heute schon eine nicht unbeträchtliche nichtjüdische Einwanderung nach Palästina und da es sich hier wiederum um Araber handelt, glaube ich hier davon Notiz nehmen zu sollen. In unsern Kolonien, besonders den nördlich gelegenen, kann man davon erzählen hören, daß 191

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