Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 7-9
- Article
- Die Arbeitsmöglichkeiten des Jüdischen Nationalfonds in Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 4)
- Language
- German
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das Direktorium des NF. auf diesen Standpunkt stellt, wird der NF. zu fruchttragender Arbeit großen Stiles in Palästina gelangen. Was kann der NF. nun zur Verbesserung der Grundlage jüdischen Bauerntums in Palästina tun? ad 1) Die Ausbildung der Methode rationellen Ackerbaues in Palästina ist zwar Sache der Versuchsstation, besonders in wissenschaftlicher Beziehung, dagegen sollte die Popularisierung Aufgabe der landwirtschaftlichen Verwaltung des NF. sein, die speziell auch praktische Düngungsversuche machen, passende Sorten verbreiten, verbesserte Geräte einführen, sowie Wanderlehrer anstellen, ferner Ausstellungen veranlassen und prämiieren sollte. Auch die von Herrn Dr. Ruppin angeregten Stipendien für landwirtschaftliche Ausbildung von Agronomen sind ein gutes Mittel zur Hebung der Agrikultur in Palästina. Ebenso muß natürlich für Unterkunft derselben nach dem Vorschlage Dr. Ruppins gesorgt werden, wozu ein Anfang in Ben Schämen gemacht wurde. ad 2) Das teure Leben der Bauern beruht im wesentlichen darauf, daß weder Gemüsebau, noch Geflügelzucht oder Milchwirtschaft betrieben wird, da die jüdischen Frauen in Palästina im allgemeinen keinen Sinn hierfür haben. Es ist eine dringende Aufgabe, hier für die Zukunft Wandel zu schaffen. Der „Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" will diese Ausbildung von Frauen in praktischer ländlicher Wirtschaft unternehmen, jedoch fehlt es ihm vorläufig an Mitteln. Hier sollte der NF. also einspringen, damit möglichst an mehreren Orten — sowohl in Judäa als auch in Galiläa — solche Ausbildungsstätten eingerichtet werden können. Auch sollten des Beispiels wegen einige jüdische Arbeiterfamilien mit energisch arbeitenden Frauen aus den südrussischen Bauernkolonien nach Palästina überführt werden. Ferner sollten Jahrespreise für Gemüsebau, Geflügelzucht und Milchwirtschaft ausgesetzt werden. ad 3) Daß die jüdischen Arbeiter teurer sind als die arabischen, wird allgemein zugegeben; nur die Jemeniten machen in dieser Beziehung eine Ausnahme. Viele von diesen möchten sich gerne in Palästina ansiedeln. Hierfür sollte der NF. einen größeren Betrag aussetzen und auch die für sie nötigen billigen Häuser bauen. Auch den schon in Palästina beschäftigten Arbeitern sollte der NF. in verstärktem Maße durch Errichtung billig zu vermietender Häuser das Leben erleichtern sowie ferner auch den Frauenverband zur Errichtung von Arbeiterküchen subventionieren. ad 4) Sehr wichtig ist die Verbilligung des Nutzviehes durch rationelle Futter Wirtschaft. 179