Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 7-9
- Article
- Die Arbeitsmöglichkeiten des Jüdischen Nationalfonds in Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 3)
- Language
- German
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steht leider noch in weiter Ferne. Der BeJarf für genossenschaftliche Kreditkassen scheint für die Zukunft kein großer mehr zu sein. Bis neue genossenschaftliche Güter entstehen können, werden Jahre vergehen. Die Oelbaumspende bedarf bei 80.000 Frcs. Jahreseinnahme noch nicht für 20.000 Frcs. Land jährlich und besitzt noch für Jahre hinaus genug Terrains. Das in Aussicht genommene Bewässerungsunternehmen dürfte sich noch über Jahre hinausziehen, bevor wirklich etwas Größeres geschehen kann und das Geld Verwendung finden wird. Für städtische Hausbaugesellschaften könnten hingegen noch größere Summen bereitgestellt werden, vor allem aber für vorstädtische Gartenstädte, womit bei Haifa der erste Anfang gemacht werden sollte. Die PLDC. wird wohl erst in einigen Jahren weitere Summen zu Parzellierungszwecken gebrauchen über das jetzige Darlehen von Pf. Sterl. 10.000— hinaus, da das Aktienkapital der PLDC. bedeutend zunehmen muss, um das Risiko der Parzellierung mehrerer Güter gleichzeitig zu rechtfertigen. Hingegen muss vom wirklichen Landankauf seitens des NF. nach wie vor abgeraten werden, solange keine greifbare Verwendung für diese Ländereien vorhanden ist. Eine solche aber existieit nicht, da es an wohlhabenden jüdischen Pächtern leider durchaus fehlt. Kredite an solche zu geben,, käme aber erst dann in die Frage, wenn es sich als zweifellos herausstellen wird, dass sich jüdische Bauern wirtschaften in Palästina rentieren. In der April-Nummer der Zeitschrift „Palästina" geht aber aus den Zahlen eines Kolonisten hervor*), daß das durchaus nicht sicher der Fall ist,, und zwar scheint dies im wesentlichen zu liegen : 1 an der geringen Ergiebigkeit des Bodens infolge extensiver Kultur, 2. dem teuren Leben der Bauern, da sie nur in geringem Maße von den Produkten ihrer Scholle leben, 3. den teuren Arbeitskräften, falls sie Juden verwenden,. 4. maßlos teurer Viehhaltung, indem zwei Pferde mehr als ein Drittel des Bruttoverdienstes, mehr als die Produkte von fast 10 ha gebrauchen. Will der NF. ein nicht verlustreiches Betätigungsfeld für die Zukunft finden, so muß er erst diese ruinösen Zustände verbessern; tut er das nicht, so wird der Fonds seinen Hauptzweck nicht erfüllen können. Nach seinen Statuten hat der NF. durchaus das Recht, alles zu tun, was zur Hebung der Landwirtschaft und damit zugleich des Wertes der von ihm gekauften Böden beitragen kann, und nur, wenn sich *) Vergl. Artikel: „Die Bedingungen der jüdischen Bauernkolonisation in Palästina", von Dr. Daniel Pasrnanik, Genf, in Nr. 4 d. Ztsch. 178