Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 13)
- Language
- German
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Als für das Gestein des Ostufers vom Toten Meere charakteristisch bezeichnet Blanckenhorn die folgende Schichtenordnung: 1. Dicke Feuersteinbänke mit Kalk- und Mergelbähken wechsellagernd; 2. bunte Gipsmergel und bituminöse Kalke; 3. feuersteinfreie Lagen von weichen, weißen oder grauen Mergeln oder Kalken; 4. dickbankige, massige Rudisten- oder Nerineenkalke, zuweilen wie Dolomite aussehend; 5. weiße und graue Mergel oder Kalke mit cenomanen Austern oder Seeigeln; 6. Dolomite, zum Teil salzhaltig; 7. Nubischer Sandstein. 1 bis 3 gehören dem Senon, 4 bis 7 dem Cenoman an. Die feuersteinfreie Lage von weichen, weißen und grauen Mergeln wurde analysiert und hatte folgende Zusammensetzung: Unter den Mineralien, die sich in der Nähe des Toten Meeres befinden, ist noch der Schwefel hervorzuheben. Ueber die Art des Vorkommens dieses für die Technik und Therapie wichtigen Produktes sind sehr viele Arbeiten veröffentlicht worden. Es sind besonders die Untersuchungen von Fraas, Bronner und Blanckenhorn hervorzuheben. Bronner [vergl. a. 48] faßt seine Untersuchungen in folgenden Worten zusammen: „Die Substanz besteht nicht, wie es scheinen möchte, aus Schwefel und Gips; sie ist vielmehr ein Gemenge von Schwefel, Kalkkarbonat und Gips, mit geringen Mengen von Calciumsulf id, Aluminiumsilikatund Borsäure, ebenso Spuren von Eisen, Magnesium, Natrium und Chlor. Mir scheint es keinem1 Zweifel zu unterliegen, daß sie aus einem Mineralwasser entstanden ist,, das Schwefelkohlenstoff und Calciumkarbonat gelöst enthält. Beim Stehen an der Luft entstand ein Absatz von Schwefel und Calciumkarbonat. Ersterer geht aber bekanntlich schon in der Form von Schwefelblume in der Luft allmählich in Schwefelsäure über" . . . „Wenn nun Kalkkarbonat mit Schwefel gemengt ist, so versteht es sich von selbst, daß sich Gips und zuvor Calciumsulfid bilden müssen. Weil aber letzteres Salz das Durchgangstadium zum Gips vorstellt, so ist es immer nur in geringen Mengen vorhanden." Fraas [20] beschreibt auch die Fundstätte des Schwefels am rechten Jordan-Ufer bis zum Toten Meere. Das Schwefelterrain erstreckt sich von diesem weit nach Norden. Die Luft ist von Schwefelgeruch erfüllt, wodurch jegliche Vegetation unterdrückt wird und der Ca C 03 Ala 0Ä . Fe2 63 Fe C Os Si02 . S 0:5 . S . . . 89-55 303 0-61 035 5*42 Spur Spur 0-04 H20 99-00 137