Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 10)
- Language
- German
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geführt im organisch-chemischen Laboratorium der Universität Erlangen. Sie ergab: I II III H 9*44 9-62 9*15 C 7972 80-18 79-63 Auffallend ist, daß der Schwefel bloß qualitativ und nicht quantitativ nachgewiesen und bestimmt wurde. Die letzte mir bekannte Arbeit auf diesem Gebiete ist die von C. Elschner [16]. Sie ist auf den Vorstudien von Kaiser und Blanckenhorn aufgebaut und bietet nur in zwei Punkten etwas Neues. So will Elschner die Entstehung der kohlenstoffreichen Kohlenwasserstoffe des Asphaltes durch Aufnahme von Kohlenstoff in Kohlenwasserstoffe der Reihe CnH2n-f-2 unter Mitwirkung des darauf lastenden Druckes erklären. „Strömen doch noch immer große Mengen leichtflüssiger Gase dieser Zusammensetzungen an vielen Stellen des Jordantales und des Toten Meeres, zum Beispiel am Ras-Men-sed, unter Verbreitung eines intensiven, unangenehmen Geruches, aus." Im weiteren Verlaufe der Arbeit will Elschner eine Erklärung für das Vorkommen des Schwefels im judäischen Asphalt geben : „Der Gehalt an Schwefel in diesen palästinischen Asphalten kann seine Erklärung wohl darin finden, daß die organische Substanz einen Teil der vorhandenen Sulfate — hier also Gips — zu Sulfiden — hier also Schwefelcalcium — reduzierte und daß daraus der Schwefel (vielleicht unter Mitwirkung von kohlensaurem Ammon und organischen Stickstoffbasen, entstanden bei der Spaltung der Eiweißkörper) bei dem herrschenden ungeheuren Drucke in die organische Masse eingedrungen ist und als chemischer Bestandteil sich angegliedert hat." Man sieht also, wie Elschner der Annahme zuneigt, daß der Schwefel in Form organischer Substanz in den Asphalt hineingekommen ist. Dem Einwände, daß dieser Auffassung das Vorkommen des Stickstoffes nur in Spuren widerspreche, tritt er folgendermaßen entgegen: „Es ist das Vorkommen von Stickstoff in geringen Spuren kein Beweis gegen meine Behauptung, da die voraussichtlich entstandenen Ammoniaksalze in hohem Grade löslich sind und man sich vergegenwärtigen muß, daß die Bildung des Asphaltes unter dem Einfluß und der Mitwirkung des Meereswassers stattgefunden und daß dieses die leicht löslichen Ammonsalze weggewaschen hat So enthält z. B. das Wasser des Toten Meeres per Liter 0-013 Gramm Chlorammonium, ein zwar minimaler Gehalt, doch immerhin das Vorhandensein von Stickstoffsubstanzen in dieser Gegend beweisend". Daß die Ausbeutung des Asphaltes lohnend wäre, zeigen vielleicht die Bergwerke bei Hasbeya am Fuße des Hermon, wo eine ausländische Firma seit einigen Jahren die Asphaltlager gepachtet hat. Die Pacht der Gruben, die der Großherrlichen Zivilliste unterstehen, beträgt zwei Drittel des geförderten Materials. Da die Gesellschaft aber den Ankauf dieser zwei Drittel sich durch Vertrag gesichert hat, so hat sie sich gewissermaßen ein Monopol für den Asphalt geschaffen. Die Preise sind: Marke A in Stücken 100 kg fr. Beirut Frcs. 55'— B „ Pulverform 100 „ „ „ „ 45*— A u. B gemischt 100 „ „ „ „ 50*— 134