Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Baku 1× ep/1000527
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gröberer Beschaffenheit und somit der zweiten Sorte angehörig, obgleich der Asphalt einen wichtigen Gegenstand für den europäischen Handel ausmacht." Marchand [43 d], der sich auch mit dem Asphalt beschäftigte, tritt der Ansicht entgegen, daß der Asphalt durch unterirdische Hitze geschmolzen wird und meint, wenn der Asphalt flüssig hervorquelle, müßte Gasentwicklung damit verbunden sein. Mindestens müßte der sehr widrige Geruch, der beim Erhitzen des Asphaltes bemerkbar wird, sich auch dem Wasser mitteilen, was jedoch bis jetzt von keinem Analytiker und auch von ihm selbst nicht beobachtet wurde. Sein Produkt lieferte bei der Destillation ein Gas, das die Zusammensetzung des Leuchtgases hatte, und eine Flüssigkeit, welche ebenso zusammengesetzt war, wie das Petroleum von Baku. Das Oel lieferte 86'64 Prozent Kohlenstoff 13*36 „ Wasserstoff Dumas und Hesse [43 d] haben ganz ähnliche Zusammensetzungen gefunden. Boussingault [6] hat sich jahrelang mit der Untersuchung des Asphaltes beschäftigt und ihn analysiert. Auch er lobt den syrischen Asphalt als den besten und schönsten und macht auf die therapeutische Wirkung dieses Produktes aufmerksam. Im Orient selbst machte man schon seit frühen Zeiten von dem „Judenpech" ziemlich ausgedehnten Gebrauch, teils als Gegenstand der Arzneikunst, teils zum Einbalsamieren der Leichen. Ebenso wurde er zum Färben der Wolle und als Material für einen feuerfesten Lackfirnis verwandt (Hermbstädt). Die Zahlen, die Boussingault angibt, sind folgende: 77*84 Kohlenstoff 8*93 Wasserstoff 11*54 Sauerstoff 1-70 Stickstoff 0*00 Schwefel Auffallend ist, daß der Verfasser Schwefel, jenen charakteristischen Bestandteil des syrischen Asphaltes, trotzdem er ihn gesucht, nicht hat finden können. Eine Arbeit von Oskar Schneider [52] erschien im Jahre 1870 und brachte nichts Wesentliches. Um das Jahr 1880 erschienen zwei Arbeiten, die unsere Kenntnisse über die Natur Palästinas und Syriens erweiterten. Es sind dies die Arbeiten von Vital Cuinet [11] „Syrie, Liban et Palestine" und Lortet [46] „La Syrie d'aujourd'hui". Beide haben die Asphaltlagerstätten aufgesucht und geben ein Bild von der Art seines Vorkommens und seiner Nutzbarmachung. Das Vorkommnn des Asphaltes auf der Oberfläche des Toten Meeres will Lortet auf zwei Ursachen zurückführen, auf Erdhebungen und auf stark strömenden Regen. Ueber die Verarbeitung des Asphaltes aus den Gruben von Hasbeya läßt sich der Verfasser recht ausführlich aus. Die Arbeitsmethode ist dort eine recht primitive, das Resultat der Isolierung trotzdem ein sehr gutes, da auch die Nebenprodukte ausgenutzt werden. 131