Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 6)
- Language
- German
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Dazu wird bemerkt: „Der Salzgehalt von 22 Prozent muß als ein» recht hoher bezeichnet werden. Vergleicht man hiemit das gegenseitige Verhältnis jener Salze, die in den jüngeren Schichten der deutschen Kalisalzlagerstätten vorkommen, so z. B. den durchschnittlichen Gehalt an Carnallit, so findet man, daß in den untersuchten Proben des Wassers aus dem Toten Meere eine verhältnismäßig viel geringere Menge von Kali und von Sulfaten enthalten ist, das Wasser des Toten Meeres also durch den hohen Gehalt an leicht löslichen Chloriden charakterisiert wird." Diese Analyse bildet den Schlußstein in der Literatur über die chemische Untersuchung des Wassers aus dem Toten Meere. Auch die Stutzerschen Zahlen weichen von denen seiner Vorgänger ab und zeigen,, daß die Untersuchungen noch lange nicht abgeschlossen sind. Untersuchung des Asphaltes. Unter „Asphalt" versteht man einerseits eine Anzahl von Repräsentanten aus der Gruppe der natürlichen Erdharze, anderseits die bei der Destillation der Steinkohle in den Retorten zurückbleibende zähflüssige, beim Erkalten erstarrende Masse [32]. Der reinste unter den natürlich vorkommenden Asphalten ist der des Toten Meeres [32]. Die Verwendung des Asphaltes ist fast unbegrenzt. So wird er nicht nur zum Belegen von Straßen und Trottoirs benutzt, sondern auch zur Herstellung von Dächern, zu Isolierungsschichten, zum Schutze vor Feuchtigkeit als Anstrich von Schiffen, Wasserleitungsröhren, Brücken, in neuerer Zeit auch zur Herstellung von Back- und Sandstein. Der reine Asphalt findet Verwendung in der Montan-Industrie; auch stellt man ausgezeichnete Lacke daraus her. Man sollte nun denken, daß dieses am Toten Meer so reich vorhandene Naturprodukt hier bergmännisch im Großen ausgebeutet werde und die chemischen Untersuchungen darüber abgeschlossen vorlägen. Doch gerade die Daten und Analysen über den Asphalt sind sehr selten und wenige sind in die chemische Literatur übergegangen. Der Asphalt befindet sich an vielen Orten in der Nähe des Toten Meeres. Ein Lager reinen Asphaltes, resp. von Asphalt-Konglomeraten (Flußöi zusammengekittet mit Asphalt) befindet sich am Fuße des Dschebel Usdum und im Wadi el Muhauwat, am Südende des Toten Meeres. Im Osten soll sich nach Aussage der Beduinen eine Quelle heißen, flüssigen Asphaltes befinden [16]. Hermbstädt [26] teilt den Asphalt des Toten Meeres in zwei Sorten: einen porösen lockeren, der auf dem See in großen Stücken schwimmt, und einen gröberen, welcher wenige Schritte vom Ufer entfernt liegt und mit Salzen und erdigen Teilen gemengt ist. Der feine Asphalt wird Judenpech genannt, der gröbere Anotanon. Der Asphalt wird aus dem Erdinnern, durch unterirdische Hitze geschmolzen, von Zeit zu Zeit in flüssiger Gestalt an die Oberfläche geworfen und durch die Kälte des Wassers, resp. der Luft, erhärtet; doch hat Hermbstädt keine Analysen des Asphaltes vorgenommen. Er macht aber auf die Wichtigkeit dieses Produktes aufmerksam und sagt: „Es ist wahrscheinlich, daß der ganz dichte Asphalt, nämlich derjenige, welcher vom Toten Meere ausgeworfen wird, nur selten in den europäischen Handel kommt, denn, derjenige, den man unter dem Namen Asphalt in Europa erhält, ist von. 130