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Palästina · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 126

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die chemische Erforschung des Toten Meeres
Date
1911-01-01
Page
Seite 126 (sequence 2)
Language
German
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Die Marchandsche Arbeit wurde mit großem Beifall aufgenommen und lange Zeit galten seine Angaben als die zuverlässigsten auf diesem Gebiete. Große Pläne zur Ausbeutung des Broms wurden entworfen, und immer wieder suchten Chemiker sich Wasser aus dem Toten Meere zu verschaffen, um endlich die richtigen Analysen auszuführen. So finden wir im Jahre 1858 wieder eine Arbeit über die chemische Untersuchung des Wassers des Toten Meeres. A. F. Gent [23], ein tüchtiger Analytiker und mit Wasseruntersuchungen vertraut, verschaffte sich Proben des Wassers in gut verkorkten und versiegelten Flaschen, untersucht das Wasser nach den neuesten Methoden und kommt zu folgenden Resultaten: Chlornatrium.......... 7*583 Teile Chlorcalium........... 1*008 „ Chlorcalcium.......... 2*898 „ Chlormagnesium ........ 10*163 „ Brommagnesium........ 0*534 „ Calciumsulfat.......... 0*090 „ Calciumcarbonat........ 0*004 „ Eisenoxydul .......... 0*008 Organische Substanz...... 0*020 „ Gesamtgehalt.......... 22*308 Teile Wasser........... . . 77*692 „ 100*000 Teile Spezifisches Gewicht: 1*1823 bei 17*5° Celsius. Die abweichenden Zahlen, die sich, wie immer, bei den Analysen des Wassers des Toten Meeres herausstellten, ließen endlich die Tatsache erkennen, daß dessen Zusammensetzung überhaupt nicht beständig ist. Es entstand in der wissenschaftlichen Welt ein großer Kampf über diese Theorie. Daß das Meer eine gleichartige Mischung oder die Veränderung seiner Zusammensetzung doch nur eine geringe sei, ward von Forchhammer und Schmelk behauptet. Schmelk [51] hatte die norwegische Nordmeer-Expedition mitgemacht, welche in den Jahren 1876, 1877 und 1878 eine Untersuchung des Meeres zwischen Norwegen und den Farör- Inseln, Island, Jan-Mayen und Spitzbergen in chemischer und physikalischer Beziehung ausführen sollte. Er war Leiter der chemischen Untersuchungen gewesen und hatte Wasserproben aus verschiedener Tiefe, an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten geschöpft und die Untersuchungen zum Teil an Bord, zum Teil im Laboratorium ausgeführt. Die Analysen überraschten durch ihre vollständig übereinstimmenden Resultate. Am Schlüsse seiner Arbeit hierüber faßt der Autor seine Ergebnisse in folgenden Worten zusammen: „Die Annahme, das Meer sei in seiner ganzen Tiefe eine gleichartige Mischung, worin die genaueste chemische Analyse kaum eine Verschiedenheit nachweisen kann, wird durch die hier vorliegende Untersuchung in noch höherem Grade als durch die vorhergehenden bestätigt". Die Gegner stützen sich auf die Unregelmäßigkeit der Analysen bei anderen Gewässern. Aus ähnlichen Motiven heraus hatte Roux im Jahre 1864 das Wasser des Toten Meeres zu analysieren unternommen. Er sagt: „Eine Ver- 126

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