Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die chemische Erforschung des Toten Meeres.*) Nach einer Pause von einige Jahren veröffentlichte Apjon [2] Resultate seiner Untersuchung der Zusammensetzung des Wassers des Toten Meeres. Er findet den Bromgehalt nicht so hoch wie sein Vorgänger, und das ganze Schauspiel vergangener Zeiten wiederholt sich. Niemand will die Resultate des anderen anerkennen, und ein jeder schwört auf seine Methoden und Ergebnisse. Zehn weitere Jahre verstreichen, bis eine ausführliche gediegene Arbeit über dieses Thema erscheint. Die Schwierigkeit der Besorgung des Wassers durch zuverlässige Personen ist wohl schuld an dem langen Intervall. Es ist das Jahr 1849, in dem Marchand [43] seine groß angelegte Arbeit über unser Thema veröffentlichte. Das Wasser, das er zur Untersuchnng benutzte, war an der Nordspitze des Toten Meeres, bei 17*25° Reaumur, unter bewölktem Himmel geschöpft worden. Es befand sich in einer wohlverkorkten, gut versiegelten Flasche, war völlig klar, färb- und geruchlos und von salzig bitterem Geschmack. Die Art, wie er die Trennung der verschiedenen Bestandteile und Elemente durchführte, weicht von den Methoden der früheren Forscher ab. Doch soll hier nur die Art, wie er das Brom bestimmte, ausführlicher besprochen werden. Um die Menge des Broms zu bestimmen, wurden 162'662 Gramm der zu untersuchenden Flüssigkeit mit einer kleinen Menge salpetersauren Silbers versetzt, die abfiltrierte Flüssigkeit mit einer größeren Menge vermischt und endlich aus dem ganzen Filtrat die ganze Menge des Chlor ausgefällt. Der erste Niederschlag von chlorsaurem Silber betrug 4*1657 Gramm, der der zweiten Fällung 39*0383 Gramm. Im ganzen waren durch Fällungen erhalten worden: 95*537 Gramm Chlor und Bromsilber. Von der ersten Menge des Chlorsilbers wurden 3*6593 Gramm durch metallisches Zink reduziert, dann die Zinklösung durch kohlensaures Natrium gefällt, die filtrierte Lösung zur Trockne gedampft und der Rückstand mit Alkohol aufgenommen. Die Lösung wurde eingedampft und mit Silbernitrat gefällt. Der geschmolzene Niederschlag wog 2*6713 Gramm. Von diesen wurden 2*4765 Gramm im Chlorstrom geschmolzen. Eine reichliche Bromentwicklung trat auf; nach dem Erkalten wog der Rückstand 2*3345 Gramm. Dieser Verlust von 0*1356 Gramm entspricht 0*24517 Gramm Brom. Aus diesen Zahlen rechnet nun Marchand den Bromgehalt aus und kommt zu folgenden Analysen-Zahlen: Jod, Lithium und Strontium konnten nicht nachgewiesen werden* Das spezifische Gewicht war bei 19° f* 1841. *) Siehe Nummer 4. Von A. Friedmarin, Königsberg. Chlornatrium . . . . Chlorcalcium . . . . Chlormagnesium . . Chlorkalium . . Chloraluminium . . Brommagnesium . . Schwefelsaurer Ka.k Kieselsäure . . . . 6*578 Teile 2*894 10*543 1*398 0018 0*2507 „ 0*088 0*003_„ 19*7727 Teile 125