Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Auch seine Arbeitsmethode, mit der er an die quantitative Bestimmung der verschiedenen Bestandteile herantritt, weicht von der seiner Vorgänger ab und zeigt, wie überlegt der Forscher vorgegangen ist. 400 Gramm Wasser wurden in einer Retorte der Destillation unterworfen. Als kein Wasser mehr überging, wurde die Vorlage gewechselt und auf dem Sandbade solange weiter erhitzt, bis die Salzmasse fest zu werden begann. Es ging hiebei noch Flüssigkeit in die Vorlage über, die stark sauer reagierte. So wurde die Salzsäure, damals Hydrochlorinsäure gegenannt, nachgewiesen; der Rückstand wurde mit Alkohol behandelt und so das Kochsalz isoliert. In der alkoholischen Lösung wurden dann die übrigen Bestandteile rekognosziert. Der Forscher folgende Analysen-Zahlen: Freie Hydrochlorsäurerin..... 0*507 Teile Chlornatrium.......... 4859 „ Chlorcalcium.......... 4*250 „ Chlormagnesium......... 15*755 „ Chlorkalium........... 0*275 „ Chloreisen........... 0335 „ Schwefelsaures Natrium..... 1*597 „ Schwefelsaurer Kalk....... 0*004 „ Gesamtgehalt.......... 27*582 Teile Wasser.............72*418 „ 100*000 Teile Das spezifische Gewicht ermittelte er durch dreimalige hydrostatische Abwägung auf 1*240 bei 15° Celsius. Das Jahr 1826, in dem Baiard das Brom entdeckte, bringt damit eine vollständige Umwälzung in der chemischen Untersuchung der Gewässer. Alle Untersuchungen, die bisher angestellt worden waren, wurden nun auf Brom nachgeprüft und in allen Gewässern nach Brom gesucht. So hat fustus v. Liebig [27] Brom in der Theodorshalle bei Kreuznach nachgewiesen. Mit dem Erscheinen der ausführlichen Arbeit Balards [3] über das Brom rückt auch die Erforschung des Toten Meeres in ihr neues Stadium. Der Streit der alten Chemiker verstummt. Sie sahen nun alle ein, daß sie etwas übersehen und infolgedessen nicht übereinstimmende Resultate hatten erzielen können. Nur Hermbstädt beeilt sich in einem Briefe an Schweigger [53], den damaligen Redakteur des Journals für Chemie und Physik, diesem mitzuteilen, daß nach den Veröffentlichungen von Bälard es ihm gelungen sei, Brom auch im Wasser des Toten Meeres nachzuweisen. Baiard selbst machte nun auf die Möglichkeit der Ausbeutung des Broms des Toten Meeres aufmerksam und entwirft einen Plan zum Bau großer Anlagen. Der erste, der nun in dieser neuen Epoche der Oeffentlichkeit Analysen übergab, war C. G. Gmelin [25]. Es war ihm gelungen, sich Wasser aus dem Toten Meere in gut verstopften Flaschen zu verschaffen, welches auch nach seinen Angaben färb- und geruchlos war. Die Analyse hatte folgende .Resultate: 108