Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 8)
- Language
- German
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Fremden das Wasser abzugeben pflegen. Das Wasser war klar, färb- und geruchlos. Beim Oeffnen war kein innerer Druck zu bemerken. Aus 100 Teilen Wasser erhielt er nach dem Abdampfen einen Rückstand von 28.24. Das Abdunsten wurde unterbrochen, sobaid sich Salzsäuredampfe zu entwickeln begannen. Seine Analyse ergab folgende Zahlen: Chlornatrium...........6.95 Teile Chorcalcium...........5.98 „ Chlormagnesium.........15.31 „ Gesamt-Salzgehalt......... 28.24 Teile Wasser.......... . . . . 71.76 „ 100.00 Teile Außer diesen Bestandteilen glaubt Gay-Lussac noch Spuren von schwefelsaurem Kalk bemerkt zu haben. Das spezifische Gewicht ist nach ihm 1.228 bei 13.6° Reaumur. Es schien anfangs, als ob durch das Auftreten Gay-Lussacs Ruhe eingetreten wäre, bis wieder von deutscher Seite eine neue ausführliche Arbeit über dieses Thema veröffentlicht und am 13. September 1828 in der Akademie der Wissenschaften zu Berlin verlesen wurde. Der Verfasser dieser fleißigen und mit Liebe ausgeführten Untersuchung war der greise Friedrich Hermbstädt [26], Professor an der Universität Berlin. Diese Arbeit, die fünf Jahre vor der Entdeckung des Broms durch Baiard erschien, bildet den Schlußstein der Untersuchungen des Toten Meerwassers ohne Berücksichtigung dieses Elementes. Sie zeichnet sich durch die Verarbeitung des gesamten Materials aus, das bis dahin vorlag, mit Ausnahme der Vogelschen Untersuchung, und durch die Genauigkeit, mit der der Verfasser seine praktisch durchgeführten Versuche beschreibt. Hätte Hermbstädt nicht das Brom übersehen, so wäre seine Arbeit entschieden die bedeutendste von allen bisher auf diesem Gebiete ausgeführten. So äber hat sie nur noch historisches Interesse. Das Wasser war vom Kammerherrn Grafen von Sack, der in den Jahren, 1818 und 1819 eine wissenschaftliche Reise nach dem Orient unternommen hatte, in grünen gläsernen Flaschen, die mit guten Korkstöpseln versehen waren, ihm mitgebracht worden. Es ist das erste Mal, daß auch Zeit, Ort und Tiefe, aus der das Wasser geschöpft, angegeben werden. Die Flasche war am 3. September 1819 in einer Entfernung von zirka 10.000 Fuß südlich vom Einflüsse des Jordan gefüllt worden. E)as Wasser war klar und durchsichtig. Durch Prüfung mit geeigneten Reagens tien konnte Hermbstädt Stoffe nachweisen, die bisher völlig übersehen worden waren. .. ... So gelang es ihm nachzuweisen: a) Das Vorhandensein einer bei gewöhnlicher Temperatur niettt flüchtigen Säure; . b) eines Eisensalzes,• c) eines schwefelsauren Salzes; d) eines Kalisalzes. 107