Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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b) In der Rotglühhitze getrocknet: Chlornatrium........... 10.672 Teile Chlorcalcium ..........6.126 „ Chlormagnesium . ........ 19.423 „ Schwefelsaurer Kalk.......0.136 „ Gesamt-Salzgehalt........ 36.357 Teile Wasser ............ . 63.643 „ 100.000 Teile Diese kolossale Differenz zwischen den Analysen läßt sich |nur durch die neue Methode erklären, die bei diesen Versuchen zur Anwendung gelangte. Die widersprechenden Resultate regten bald den bekannten, scharfsinnigen Forscher Klapproth [31] an, das Wasser des Toten Meeres seinerseits zu untersuchen. Er verschaffte sich eine Probe durch den Dr. Thompson zu Palermo. Das Wasser war von Abbe Mariti geschöpft worden, durchsichtig klar und von salzig bitterem Geschmack. Klapproth dampfte nun das Wasser ab und nahm den Rückstand in Alkohol auf. Chlorcalcium und Chlormagnesium gingen in Lösung, während das Kochsalz zurückblieb. Nach dem Verdunsten des Alkohols konnten so das Chlorcalcium und Magnesium wieder gewonnen und durch Schwefelsäure zerlegt werden. Seine Analyse ergab: Chlornatrium...........7.80 Teile Chlorcalcium.......... . 10.60 „ Chlormagnesium........ . 24.20 „ Gesamt-Salzgehalt ........ 42.60 Teile Wasser .......... . . 57.40 „ 100.00 Teile Als spezifisches Gewicht ermittelte er 1.245, also mehr als jemals früher ein Chemiker gefunden hatte. Die Ergebnisse von Klapproth, die weder mit denen Lavoisiers und seiner Mitarbeiter, noch mit Marcet und Teunant übereinstimmten, riefen eine große Polemik zwischen Marcet und Klapproth hervor, in der ein jeder seine Resultate zu rechtfertigen suchte. Auch Vogel [59], der mit der Analyse der Meereswasser sich beschäftigte und viele Abhandlungen übeY dieses Thema veröffentlichte, kommt auf Grund seiher Studien zu folgender Ansicht über die veröffentlichten Resultate der Analysen seiner Zeitgenossen: „Die Resultate der neuen. Analysen von Klapproth sind so verschieden von denen seiner Vorgänger, daß ich es nicht unterlassen kann, sie anzuführen." Es wurden nun die verschiedensten Ansichten über die Zusammensetzung des Wassers des Toten Meeres laut, und für die Schwankungen in den aus der Analyse sich ergebenden Zahlen wurden bald diese, bald jene Gründe geltend: gemacht, bis der geniale Gay-Luss^q [22] eingriff und eine Analyse vornahm. Das dazu bestimmte Wasser wurde-ihm, wie den übrigen Forschern, ebenfalls von zuverlässiger Hand übermittelt. Er beschreibt auch das Gefäß, in dem er das Wasser erhielt: Es war eine Flasche von verzinntem Eisenblech, wie die, in denendie Beduinen den 1C6