Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die chemische Erforschung des Toten Meeres
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 6)
- Language
- German
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deckte, ausgeführt wurden, tragen alle diesen Stempel [44]. Erst vom Jahre 1827 an, wo Gmelin mit seinen neuen Resultaten unter Berücksichtigung des Brom auftritt, beginnt eine Wandlung. Auch die herrlichen Versuche von Wollaston [61], der als Erster im Meereswasser Kali nachgewiesen, kennzeichnen die neue Art der Untersuchung. So muß man die chemische Untersuchung über unsern Gegenstand auf zwei Perioden verteilen. Die eine umfaßt den Zeitraum von 1778 bis 1821, die zweite den von 1826 bis auf die Gegenwart. Lavoisier [35] und seine Mitarbeiter waren wohl die ersten, die sich mit der Untersuchung dieses Wassers beschäftigt haben. Sie erhielten das Wasser durch den Kavalier Toles, der es an Herrn Guettard gesandt hatte. Die Arbeitsmethode war ungefähr folgende: 5 Liter Wasser wurden der Verdunstung unterworfen und der Rückstand analysiert. Es kamen auf 100 Teile Wasser: Salzsaures Natron . . . . . . . . 6.250 Teile Salzsaure Bittererde....... 21.786 „ Salzsaure Kalkerde . . ... ... 16.339 „ Gesamt-Salzgehalt 1....... 44.375 Teile Wasser............ . 55.625 „ 100 000 Teile Als spezifisches Gewicht wurde 1.240 gefunden. Diese geringe Menge Wassers und der hohe Salzgehalt waren, wie sich aus den späteren Versuchen herausstellte, auf das eingeschlossene Kristallwasser zurückzuführen, das von diesen Forschern anfangs nicht berücksichtigt wurde. Immerhin führten diese Zahlen eine deutliche Sprache und gaben Alexander Marcet [42] im Jahre 1807 Veranlassung, sich eingehender mit dieser Materie zu befassen. Marcet erhielt das Wasser durch den Baronet Sir Banks, dem es ein Freund mitgebracht hatte. Die Stelle, an der es geschöpft wurde, und deren Tiefe sind nicht bekannt. Mit demselben Wasser stellte auch Teunant [56] Parallelversuche an. Die Resultate stimmten überein. Das Charakteristische bei den Untersuchungen beider Forscher ist, daß sie durch Ausfällen der einzelnen Körper mittels Reagentien den Salzgehalt der Lösung festzustellen versuchten. Auf 100 Teile Wasser fanden sie: a) Bei 212° Fahrenheit getrocknet: Chlornatrium ........... 10.672 Teile Chlorcalcium . . ......... 3.792 „ Chlormagnesium . . . . . ... . . 10.100 „ Schwefelsaurer Kalk . . , . . . . 0.136 „ Gesamt-Salzgehalt . / . . ... . . 24.700 Teile Wasser.......... .. .. . . 75.300 „ 100.0C0 Teile Das spezifische Gewicht wird auf 1.211 angegeben. 105