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Palästina · 1911-01-01 · Heft 4 · p. Seite 103

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 4
Article
Die chemische Erforschung des Toten Meeres
Date
1911-01-01
Page
Seite 103 (sequence 4)
Language
German
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satinischen Lauge gleichkommt, zu schließen ist [43]. Im „Courier de Constantinople" findet sich die merkwürdige Nachricht, daß sich Reisende davon überzeugt haben sollen, daß der Boden des Sees zwei Ebenen in sich schließe, eine hohe und eine niedere; die erste im Süden soll aus Ton, die nördliche aus Schlamm, Inkrustationen und rechtwinkeligen Salzkristallen, die sich in große Tiefen senken, bestehen [49]. Das Tote Meer hat keinen genügenden Abfluß und doch nimmt es ja das gesamte Wasser des Jordan in sich auf. Das ganze Depressiönsgebiet umfaßt eine Fläche von 3830 Quadratkilometer. Nach den Berechnungen von Marchand [43) fließen täglich durchschniftlich 690.000 Liter Wasser in das Tote Meer, die ihm allein durch den Jordan zugeführt werden. (Vergleiche auch die Abhandlung: „Woher kommt das Wasser des Toten Meeres?" [1]). Der Regen und die anderen Zuflüsse verdreifachen diese Zahl, so daß wir eine tägliche Wasserzufuhr von rund zwei Millionen Tonnen oder zehn Millionen Kubikfuß rechnen können. Nach den Versuchen, die Alexander v. Humboldt [27] in Cumano über die Verdunstung großer Wasserflächen anstellte, könnte man für das Tote Meer auf 23 Quadratmeilen eine tägliche Wasserverdunstung von 2,630.000 Kubikfuß rechnen. Baiard [3], der ausgedehnte Studien über die Verdampfungsgröße angestellt hat und sich dazu die großen Verdampfungsbassins im südlichen Frankreich, die zur Gewinnung des Kochsalzes aus dem Meere angelegt wurden, ausersah, fand, daß auf einer Fläche von 200 Hektar bei einer Tiefe von 40 Zentimetern jährlich 800.000 Kubikmeter Meereswasser verdunsten. Die Balardschen Zahlen mit Berücksichtigung von Temperatur und Tiefe ergeben für das Tote Meer eine tägliche Verdunstung von 48 Milionen Kubikfuß Wasser. Diese Zahlen geben uns eine Erklärung für die Tatsache, daß trotz des mangelnden Abflusses und des starken Zuflusses die Spiegelhöhe des Toten Meeres ziemlich konstant blieb. Nach diesen Berechnungen hätte es sogar eintrocknen müssen; jedoch nimmt mit der Konzentration des Salzgehaltes der Verdampfungsquotient einer Lösung ab. In den letzten fünfzehn Jahren will man bemerkt haben, daß der Wasserspiegel des Toten Meeres im Steigen begriffen ist. Für diese Annahme sprechen folgende Tatsachen: Die kleine Insel Rudschm el Bahr, die auf den großen englischen Karten im nördlichen Teil des Sees verzeichnet erscheint, ist verschwunden. Ferner ist ein Weg am Westufer des Meeres, der um einen Felsvorsprung herumführte, jetzt ganz mit Wasser bedeckt, sodaß man jetzt über den Felsen reiten muß. Sodann stehen einige Sträucher jener Salzpflanzen, die allein in der Nähe des Toten Meeres gedeihen, jetzt unter Wasser und auch der Habitus der weiterstehenden Pflanzen läßt den Einfluß des Wassers erkennen, der sich über einen größeren; Gürtel als früher erstreckt. Wissenschaftliche Messungen sind noch nicht erfolgt; natürlich ist auch noch keine Erklärung für die Erscheinung gegeben. -! Fast alle Beobachter vom jähre 1778, wo Lavoisier und Lesage [35] Analysen des Wassers ausführten, bis zum Jahre 1907, in weichern Stutzer und Reich [54J eine Untersuchung über diesen Gegenständ veröffentlichten - stimmen darin überein, daß das Wasser des Toten ■Meeres überall klar und durchsichtig, aber scharf und bitter salzig ist. [46]>Arh östlichen- Ufer soll' sieh nach; Angaben von Hermbstädt [26] das Salz in ^03

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