Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Bedingungen der jüdischen Bauernkolonisation in Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
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Sehen wir uns jetzt die Ausgaben des Kolonisten an, wobei wir die einzelnen Posten etwas abrunden. Jährliche Ausgaben für Franken Die Unterhaltungskosten des unverheirateten Kolo- 720 Arbeiterlohn während vier Monaten....... 200 Ausgaben für ein Paar Pferde (mit Amortisation) . 1000 *. 125 Arbeiterkosten während des Dreschens..... 80 150 300 300 150 Amortisierung des Inventars........... 200 100 Unvorhergesehene und kulturelle Ausgaben .... 100 Jährliche Zahlung (Zinsen und Amortisation) an die den Boden und Einrichtung kreditierende Insti- 300 Ausgaben . . . 3725 Einnahmen . . . 2840 Fehlbetrag. . . 885 Analysieren wir genau die Ausgaben. Da wird für die Lebensunterhaltung des unverheirateten Kolonisten sehr wenig berechnet. Aber die Leute kommen mit dieser Summe durch. Dafür aber haben diese alleinstehenden Kolonisten Ausgaben für Hilfsarbeiter und zwar 405 Franken (200 Frcs. für einen Arbeiter während vier Monaten, 125 Frcs. für Ausreißen und Ausklopfendes Hülsenfrüchte und 80 Frcs. für die Aushilfe während des Dreschens). Ein Kolonist mit einer Familie kann eventuell alle diese Arbeiten ohne Lohnarbeiter verrichten. Vor allem könnten die hohen Kosten für die Unterhaltung von zwei Pferden auffallen. Aber es ist einmal so. In Palästina gibt es sehr wenig Weiden. Nur durch einen Monat im Jahr kann das Pferd dort weiden. Während der übrigen Monate muß das Pferd mit Gerste gefüttert werden. 10 Kel Gerste pro Monat: während 11 Monaten 110 Kel ä 40 Piaster 4400 Piaster. Dazu noch Stroh für 100 Piaster 4500 Piaster 825 Franken. Es kommt hiezu: Hufbeschlag 20 Frcs. pro Jahr, Versicherung gegen Unfall 35 Frcs. (5 Prozent vom Werte). Amortisation 70 Frcs. (10 Prozent vom Werte). Krankheitspfiege 30 Frcs., kleine Ausgaben 20 Frcs., zusammen 1000 Frcs. Die Gemeindeausgaben sind nicht hoch angesetzt, wenn man bedenkt, daß darin auch die Ausgaben für die Wächter enthalten sind, die sehr groß sind. Vielleicht werden die Krank- 92