Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die archäologische Erforschung Palästinas
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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sie wieder gut zu machen. Bei Feststellung von verschiedenen Kulturschichten wird man an manchen Stellen vielleicht schon mit Bohrungen auskommen oder mit anderen technischen Hilfsmitteln, wie sie uns heute bei modernen Bauausführungen zur Verfügung stehen, bei Ausgrabungen aber anscheinend keinerlei Verwendung finden. Werden Bohrproben den verschiedensten Punkten eines Teils, von Meter zu Meter Tiefe, entnommen und physikalisch und chemisch auf ihre Bestandteile untersucht, so wird man in der Lage sein, einen Schnitt durch den Teil für seine einzelnen Schichtlagen darzustellen, ohne daß man die gewaltigen Erdmassen bewegt, und diese Voruntersuchung kann erst die Grundlage bilden nach der man an einen Plan zur Abräumung des Teils schreitet. Ganz abgesehen davon, * daß durch eine exakte Untersuchungsmethode in Bezug auf die Schuttschichten, die ja schon durch ihre verschiedene Färbung verschiedene Zusammensetzung verraten, ein Anhaltspunkt für Zeitbestimmungen unabhängig von der Keramik gewonnen werden kann. Vielleicht kann ein Chemiker eine klärende Antwort auf die Frage geben, ob eine Verwertung dieser Schuttmassen als Düngemittel in dem an diesem Produkt armen Palästina möglich erscheint. Eine solche wirtschaftliche Ausnützung könnte nebenbei bemerkt, die hohen Kosten einer Grabung vielleicht vermindern. Jedenfalls also : Auch die syrischen Plätze lassen sich nur dann genau und exakt erforschen, wenn nicht nur ein paar Versuchsgräben durch einen Teil gezogen werden, die einige Kulturschichten erkennen lassen, einzelne Bauteile freilegen und ein paar Kisten Tonscherben liefern, sondern wenn das ganze Gebiet bis auf den Urboden freigelegt und aufgedeckt wird. Erst dann wird man zu festen Resultaten kommen und den Zusammenhang der Dinge erkennen können, so wie man ihn an anderen Plätzen erkannt hat. Die Grabung mit Soldaten wird sich weniger kostspielig stellen, als die mit ungeschulten Fellachen, denen es an Schulung und Disziplin fehlt und die auf Geldgewinn ausgeben, und die türkische Regierung wird vielleicht mit Freude die Zuschüsse entgegen nehmen, die ihr auf diese Weise durch die Verwendung des Militärs zufallen, das doch zum größten Teil ziemlich unbeschäftigt in den Kasernen umherliegt. Nach diesen beiden Hauptpunkten : 1. die gesamte Palästinaforschung am Platze durch ein organisiertes wissenschaftliches Institut zu stützen und 2. zu den ungeheuren Grabungsarbeiten, die erforderlich sind, die türkische Regierung heranzuziehen und zu interessieren, käme 3. die Herausgabe einer Zeitschrift, die, gemeinverständlich gehalten, durch sachliche Darstellung das Interesse für diese 71