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Palästina · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die archäologische Erforschung Palästinas
Date
1911-01-01
Page
Seite 70 (sequence 14)
Language
German
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ist, sich bei der Neugründung einem der vorstehenden Institute anzugliedern, soll man dies versuchen. Ich denke mir das neue Institut, sei es nun aus einer der bestehenden Einrichtungen hervorgegangen oder ganz neu konstituiert, ähnlich den Zweigstellen des kaiserlich archäologischen Instituts in Rom oder in Athen entsprechend eingerichtet. Der erste Schritt zur Gründung wäre die Schaffung einer großen und die ganze Palästinaliteratur umfassenden Zentralbibliothek. Auch hiefür sind bereits bescheidene Anfänge in Jerusalem vorhanden, und man könnte vielleicht daran denken, die jüdische Abarbanell-Bibliothek für diese Zwecke auszudehnen. Es sind die Mittel, die für ein solches Institut notwendig sind, nicht zu unterschätzen, aber gerade das internationale Judentum bildet vielleicht in seiner Gesamtheit den größten Kreis der Interessenten an der palästinensischen Forschung, und dieser wäre wohl in der Lage, selbst die größten erforderlichen Mittel aufzubringen. Die Arbeit dieses Instituts soll dahin zielen, die erforderlichen Grabungen zu leiten und zu überwachen, durch entsprechende Vorträge alle diejenigen heranzuziehen, die sich für die Palästinaforschung irgendwie interessieren und sie mit den örtlichen Verhältnissen genau vertraut zu machen. Es soll diesen Elementen ein Rückhalt sein, um die Resultate einzelner Forschungsarbeiten sofort an Ort und Stelle zu redigieren und zu publizieren, damit diese Publikationen nicht, wie es heute geschieht, oft erst zwei bis drei Jahre, nachdem die eigentliche Arbeit bereits geleistet war, erfolgen. Zu den Grabungen selbst muß aber an erster Stelle die türkische Regierung herangezogen werden, da diese Grabungen, wenn sie systematisch und sachgemäß und unter Zeitigung bedeutsamer Resultate ausgeführt werden sollen, so horrende Kosten erfordern, daß diese nur von der Gesamtheit, aber unmöglich von einzelnen Korporationen getragen werden können. Die türkische Regierung zeigt auch heute das genügende Verständnis für solche Kulturaufgaben, und es könnte mit einer entsprechenden Anzahl von Soldaten ein Grabungsfeld mit der Hälfte der Kosten und in einem Zehntel der Zeit bewältigt werden, als man bisher brauchte, wo in manchen Gebieten wie in Tell-el-Mutesellim die Grabungen sich durch Jahre hinschleppten, weil ungenügende Mittel und zu wenig Leute und auch technisch zu geringe Hilfsmittel vorhanden waren, um großzügige und systematische Grabungen zu ermöglichen, wie wir sie aus Italien, Griechenland und Vorderasien kennen. Ich will an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, daß bei jeder Grabung der Archäologe und der geschulte Techniker nebeneinander stehen müssen und daß das Fehlen des einen oder des anderen Folgen tragen kann, die die Wissenschaft stets bedauern wird, ohne die Möglichkeit zu haben,. 70

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