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Palästina · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die archäologische Erforschung Palästinas
Date
1911-01-01
Page
Seite 68 (sequence 12)
Language
German
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wegen der Verwünschungen, die sie ausdrücken, Fluchtafeln genannt hat. Die Stadtanlage soll Marissa sein, das Aegypter- Königen gehörte und später von Hyrkanus erobert wurde. Die von Flinders Petrie begonnene Grabung von Tell-el-Hesy, von Bliss fortgesetzt, hat zuerst sehr interessante Einzelfunde, darunter auch ein Pendant zu den Tontafeln von Teil Amarna geliefert, ist aber in ihrer technischen Anlage als warnendes Beispiel für die Lösung solcher Aufgaben besonders anzuführen. Weit geringere Mittel, als die umfangreichen Teilgrabungen erfordert die Untersuchung jener zahlreichen Ruinenstätten in Palästina, deren Trümmer zutage liegen. Die Deutsche Orient-Gesellschaft, die ihre Haupttätigkeit auf die babylonischen Grabungen verlegt, rüstete 1905 eine Expedition aus, deren Leitung in den Händen des Regierungsbaumeisters Kohl lag, während Herr Professor Watzinger als Archäologe und ich selbst Teilnehmer dieser Forschungsreise waren. Wir hatten die Aufgabe, die sogenannten Synagogenruinen Galiläas zu erforschen. Die verschiedenen Ruinenstätten, bei denen noch umfangreichere Bauteile in Situ standen, waren gelegentlich der topographischen Aufnahme des Landes durch die Engländer Conder und Kitchener flüchtig aufgemessen worden und im Grundriß soweit dargestellt, als sich ohne Grabungen erkennen ließ. In einer dreimonatlichen Kampagne wurden diese Synagogenruinen soweit freigelegt, bis eine genaue Grundrißdisposition der Gebäude festgestellt werden konnte. Dies geschah mit Erfolg in Teil Hum, an dessen Stelle man das alte Kapernaum vermutet, beilrbid, KefrBirim, Meiron und an einigen anderen Plätzen. Neben einer sehr reichen Architektur, die römisch-byzantinische Einflüsse zeigt und oft eine wunderbare, an Baalbek erinnernde Steinmetztechnik aufweist, lieferten diese Ruinenplätze.kein urkundliches Material, das über ihren Zweck oder ihre Entstehungszeit Aufschluß geben könnte. Eine griechische Inschrift, die der Franzose Renan beiKaisun fand und die ein Segenswunsch für die Gesundheit des Septimius Severus war, gab ihm Veranlassung, diesen Bau für eine Synagoge zu halten und alle nach ihrer Architektur mit dieser Anlage übereinstimmenden Ruinen in Galiläa gleichfalls für solche zu erkennen. Man datiert sie auf die Zeit des zweiten Jahrhunderts n. Chr. Nun ist gerade Kaisun, wo eine der umfangreichsten Anlagen liegt, noch nicht erforscht worden. Die Bauanlage ist stark verschüttet und der Platz völlig wasserarm, so daß eine Untersuchung schwierig ist und Zeit erforderte, die uns nicht mehr zur Verfügung stand. Teil Hum hätte vielleicht noch manchen Aufschluß gegeben, aber hier zwang das bei der vorgerückten Saison im Juni unter den. Arbeitern auftretende Fieber zum Rückzug. 68

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