Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die archäologische Erforschung Palästinas
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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um eine vollständige Klarlegung darüber zu erreichen, was dieser Teil verbirgt, und wenn man bedenkt, daß für eine solche Leistung mehrere hunderttausend Mark erforderlich wären, so gibt dies eine Vorstellung über den beschränkten Umfang der erreichten Resultate. Auch in Jericho sind von Professor Sellin neue Anfänge vorgenommen worden, die eine große Burganlage aufdeckten. Aber auch hier liegt noch keine abgeschlossene Arbeit vor. Die Grabungen der Amerikaner und Engländer bei Gezer, Tell-el-Hesi und Sanda Hannah werden mit etwas größeren Mitteln betrieben, sind aber bisher in ihren Resultaten nur in der Form einzelner Berichte veröffentlicht worden. Was darüber zu erwähnen ist, sind die an allen Plätzen gefundenen Burganlagen, die in ihrer Konstruktion so stark von den in armseligem Mauerwerk ausgeführten Häusern abstechen, deren Form sich noch heute wenig geändert hat, und die mehr Stallungen und Magazine als Wohnstätten sind, daß man den Gedanken gehabt hat, ausländische Einflüsse und Handwerker ließen diese Burgen entstehen. In Megiddo fand man die gleichen Steinmetzzeichen wie bei alten Bauten in Kreta. Allerdings findet der Unterschied in der Großartigkeit der Festungsbauten und der Armseligkeit der Wohnstätten noch seine natürliche Erklärung in den politischen Verhältnissen des Landes, dessen Bewohner nie zur Ruhe kamen. Um gegen feindliche Angriffe einen Rückhalt zu haben, wurden diese gewaltigen Festungen manchmal mit 10 m hohen und über 3 m dicken Mauern gebaut; dagegen waren die Wohnungen so primitiv eingerichtet, daß mit ihrer Zerstörung nicht viel verloren war, und nachdem der Feind sich an den harten Mauern Mut und Ausdauer lahm gelaufen hatte und sich zurückzog, fingen die Bewohner um die Befestigung herum wieder von Neuem an, sich mit Ackerbau zu beschäftigen, und richteten ihre Lehmhäuser wieder auf. Gelang es aber dem andrängenden Feinde die Schutzburg zunehmen, so wurde diese die Zwingburg, die dem fremden Herrn die Macht über die ansässigen Bewohner gab. Die von Macalister mit großer Sorgfalt ausgeführten Grabungen bei Gezer legten neben den Burganlagen Höhlenwohnungen, Grabanlagen und Kultusstätten frei. Die Funde verraten alle Epochen der Landesgeschichte. In sieben hohen Monolithsäulen glaubt man direkt eine alte Kultstätte der Kanaaniter gefunden zu haben, die sich die Gottheit in solchen Steinen wohnend dachten. Der spitzzulaufenden Form dieser Monolithsteine schreibt man eine bis heute noch nicht erklärte Bedeutung zu. In Sanda Hannah ist fast die vollständige Grundrißanlage einer Stadt freigelegt worden, und es ist auch die Fundstätte sehr zahlreicher kleiner Kalktafeln, mit hebräischen und griechischen Inschriften bekritzelt, die man 67