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Palästina · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die archäologische Erforschung Palästinas
Date
1911-01-01
Page
Seite 65 (sequence 9)
Language
German
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heute eine Menge angefangener Arbeiten brach, die schleppend fortgesetzt werden. Die Deutsche Palästina-Gesellschaft hat am Tell-el- Mutesellim, beim alten Megiddo, am Südrande der Ebene Jesreel gelegen, 1900 mit einer umfassenden Ausgrabung begonnen. Megiddo war ein strategischer Punkt an der alten Handelstraße zwischen Syrien und Aegypten. 70.000 Mk. sind auf die Erforschung dieses Teil verwendet worden und der Baurat Schuhmacher in Haifa hat diese Ausgrabungen ohne jede archäologische Hilfe zwei Jahre durchgeführt. An den Versuchsgräben, die in 20 Meter Breite durch den Teil hindurchführten, waren sieben übereinander liegende Schichten zu erkennen, die sieben verschiedenen Ansiedelungen zeitlich auseinander liegender Epochen entsprechen. Die oberste Schicht ist 1 Meter stark, die übrigen je 1'50 Meter. Diese Schichtstärke soll typisch für solche Schutthügel sein, auf denen mehrere Epochen übereinander liegen. Man nimmt für die Bildung einer Schicht ungefähr einen Zeitraum von 200'bis 300 Jahren an. Die durch die Grabungen freigelegten Mauerreste, die in ihrer Ausführung verschiedene Techniken aufweisen und daher wohl auch zeitlich auseinanderliegen, offenbaren uns Teile der alten Kanaaniterburg sowie Teile von späteren Befestigungen. Außerordentlich interessante Grabanlagen, die freigelegt wurden, geben über die Begräbniskulte der verschiedenen Epochen Aufschluß und erzählen uns von zum Teil sehr grausamen Opfersitten bei den Kanaanitern. Wie weit einzelne der aufgedeckten Anlagen religiösen Zwecken dienten oder kanaanitische Heiligtümer darstellen, ist noch nicht festgestellt. Das Wertvollste der Grabungen sind ganze Kistenladungen von Tongefäßen und Tonscherben von außerordentlich interessanter Natur. Die Arbeiten wurden eingestellt, da die Mittel des Deutschen Palästinavereines zur weiteren Arbeit nicht mehr ausreichten. Die keramischen Funde, die vielleicht geeignet wären, die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf diese Stellen zu lenken, sind noch nicht-archäologisch geprüft worden, und nur einige wenige Stücke haben Schuhmacher selbst und Professor Thiersch in einigen Aufsätzen publiziert. Ob sich in Megiddo in den Ueberresten der gefundenen Bauanlagen eine althebräische Burg erkennen läßt, wie Schuhmacher annimmt, ist nur auf Annahmen begründet und nicht endgültig festgestellt. Es hat sich aber auch an dieser Stelle wieder gezeigt, daß mit ungenügenden Mitteln an eine große Aufgabe herangegangen wurde. Wenn Grabungen in diesem Umfange vorgenommen werden, so ließe sich heute ziemlich genau ermitteln, welche Kosten dafür erforderlich sind, und man könnte durch Aufmaß des Teils und durch Bestimmung der verschiedenen Höhenlagen auf Grund der Erfahrungen, die sich bisher bei derartigen Grabungen ergeben 65

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