Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die archäologische Erforschung Palästinas
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
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heute im Museum in Konstantinopel. Sonst finden sich noch eine Anzahl späterer hebräischer und griechischer Inschriften, die alle erst aus nachchristlicher Zeit stammen. An KunsV schätzen haben die von den Franzosen betriebenen GraÖforschungen bei Sidon, die der verstorbene Türke Hanidi Bey fortsetzte, den berühmten sogenannten Alexander- Sarkophag zu Tage gefördert, der heute im Museum von Konstantinopel steht Er repräsentriert eines der schöiifcten Denkmäler antiker Reliefkunst. Die umfangreichen Grabanlagen um Sidon sind noch nicht ganz erforscht. Die vielen Sarkophage, die man gefunden hat, zeigen starke ägyptische Beeinflussung und sprechen für die regen Beziehungen, Üie zwischen Aegypten und Phönizien bestanden. An Architektürüberresten von bedeutendem Kunstwert sind neben d^m monumentalen Sonnentempel und anderen Anlagen in Baklbek aus der Zeit des Hadrian und einigen anderen römischen Tempelanlagen die Heiligtümer der alten Nabatäer bei Petra zu nennen, die starken hellenistischen Einfluß verraten, und die sogenannten Synagogenruinen Galiläas, die etwa um 200 n. Chr. zu datieren sind, schließlich die von Musil in der Provinz Arabia gefundenen Araberschlösser, von denen eines durch die bekannte Meshatta-Fassade berühmt geworden ist. Aus der israelitischen Zeit, der Zeit Davids, Sauls und der Philister, haben wir keinerlei monumentale Belege. Alle übrigen Grabungen und Forschungen haben bisher nur das Ergebnis gehabt, daß man an allen Plätzen verschiedene übereinanderliegende Kulturschichten feststellen konnte, und daß man dabei in der Zeitannahme bis auf präisraelitische Uransiedelungen herabgehen zu können glaubt. Felsenhöhlen, wie sie Macalister bei Gezer fand, deuten sogar auf Bewohner in prähistorischer Zeit hin. Die Zeitbestimmungen für die verschiedenen Schuttschichten sind, wie schon bemerkt, nicht durch Urkundenmaterial bestimmt, sondern es sind Annahmen auf Grund keramischer Funde, die außerordentlich zahlreich und in großer Menge gemacht wurden und die bis heute noch nicht vollkommen publiziert sind. Aus den mannigfachen Formen, die man gefunden hat, hat man neben lokalen mykenische, phönizische, cyprische und griechische Formen festgestellt, von denen man wieder, je nachdem man in den Ausgrabungsschichten die eine oder andere Form mehrfach fand, Rückschlüsse auf die Zeitepoche der übereinanderliegenden Schuttschichten machen konnte. Doch ist die ganze syrische Keramik wissenschaftlich noch so unvollständig bearbeitet, daß sie als durchaus zuverlässig für die Zeitbestimmung nicht gelten kann. Es ist von den Gesellschaften an allen Stellen der Fehler gemacht worden, daß sie viele Stellen angruben, ohne den Teil (Schutthügel) vollständig zu durchforschen, und so liegen 64