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Palästina · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die archäologische Erforschung Palästinas
Date
1911-01-01
Page
Seite 63 (sequence 7)
Language
German
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jetzt noch in Bearbeitung sind, veröffentlicht sein werden, dem Forscher auf diesem Gebiete kaum etwas Wesentliches hinzuzufügen übrig bleiben wird. Reiche Kunstschätze hingegen, oder so wertvolle Funde, wiesiediebabylonischenundägyptischen Forschungen gezeitigt haben, sind, wenn man von Baalbek absieht, in Palästina noch nicht gemacht worden. Die Ausgrabungen, die in größerem Maßstabe erst im 20. Jahrhundert einsetzten, sind bis heute alle unvollendet durchgeführt. Es gibt vielleicht in Palästina einige hundert Plätze, die der Erschließung durch den Spaten harren, und die, was man mit Sicherheit annehmen kann, an kulturhistorischen Schätzen noch Vieles verbergen. Etwa zwanzig dieser Plätze sind von verschiedenen Gesellschaften und verschiedenen Nationen, Deutschen, Oesterreichern, Engländern, Amerikanern usw., in Angriff genommen worden. Was bei ihnen erreicht ist, ist ungefähr das Folgende: Das bedeutendste urkundliche Material über Palästina fand man nicht im Lande selbst, sondern in Teil Amarna in Mittelägypten. Es sind die berühmten Tell-Amarna-Tontafeln, die in Keilschrift geschrieben sind und die man in alten Holzkästen vorfand. Ihr Inhalt bezieht sich auf Mitteilungen an die ägyptischen Könige Amenophis III. und IV., die von den syrischen Fürsten bei ihren gegenseitigen Kriegshändeln um Hilfe angesprochen werden. Dieser Hader unter den syrischen Fürsten wird uns nochmals durch vereinzelte Tontafelfunde bestätigt, die in Lachis, Gezer, Tan'aach, Tell-el-Hesi und Jericho gemacht wurden. Alle diese Urkunden zeigen die babylonische Keilschrift und beweisen den großen Einfluß Babylons auf das Land Kanaan. Vor dem Jahre 1000 v. Ohr. Geb. treten hebräische Schriftzeichen nicht auf, da die israelitische Einwanderung erst um 1400 erfolgt. Funde mit hebräischen Schriftzeichen, die sich auf die israelitische Zeit beziehen, gibt es nur in sehr geringer Zahl. In Megiddo fand man interessante Siegelsteine aus der Zeit des Jerobeam. Bei Gezer und an anderen Plätzen trugen die Henkel von Tonkrügen einen Tierstempel mit einer hebräischen Inschrift darunter, die eine Stadt bezeichnet, oder auch manchmal die Worte „Dem Könige". Schließlich wurde 1868 im Ost- Jordanlande die berühmte Stele des Königs Mescha von Moab gefunden, die über seine Kriegstaten in althebräischer Schrift Auskunft gibt. Sie wurde von Arabern zertrümmert und befindet sich jetzt gekittet im Museum des Louvre in Paris. Zu erwähnen wäre noch eine Inschrift, die sich auf einen Tunnelbau bezieht, zur Herstellung einer Wasserleitung vom Siloahteich nach der Stadt Jerusalem. Sie wurde im Siloahteich gefunden, von einem Antiken-Räuber aus dem sen herausgeschlagen und gestohlen. Sie befindet sich 63

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