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Palästina · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 61

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die archäologische Erforschung Palästinas
Date
1911-01-01
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
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ist, während auf dem Osthügel die reiche Marienquelle sprudelt, das alte Gichon. Die Hauptprobleme über die Topographie Jerusalems, mit der alle anderen Fragen mehr oder weniger zusammenhängen, sind aber die Bestimmung des Verlaufes der Stadtmauer, denn von ihr hängt die Echtheit der Grabeskirche ab Diese Fragen sind bis heute noch nicht endgültig gelöst. Nur an einzelnen Stellen haben die Forschungen der englischen und deutschen Palästina-Gesellschaft behufs Bestimmung der Stadtmauer Erfolge gehabt. Nach Süden hin bilden die tiefen Schluchten und steilen Hänge einen natürlichen Schutzwall, nach Norden hin brauchte die Stadt eine starke Befestigung, und mit dem Wachstum der Stadt erhoben sich hier im Laufe der Zeit drei Reihen von Stadtmauern. Josephus berichtet bereits davon. Die älteste Stadtmauer lief rings um die Stadt, auch um die südliche Stadt (Beim Wiederaufbau der Stadt hält sich Nehemia an den Verlauf dieser Mauer.) Auf der südlichen Hälfte hat man durch Grabungen auch den Verlauf dieser Mauer ziemlich festgestellt. Sie beginnt im Westen an der Stelle des heutigen Davidsturmes; bei der Zitadelle, nahe am Jaffator, etwas südlich vom Hippikusturme fand man ältere Teile dieser Mauer. Durch Maudslcy, Warren und Gulhe wurden nach und nach einzelne Teile dieser Mauer entdeckt, die den Gesamtverlauf der Stadtmauer ziemlich deutlich bestimmen. Die Bestimmung der Nordmauer ist nicht in gleicher Weise festgestellt. Die Verbindung von Nord und Süd im Osten durch das Goldene Tor verrät das Bauwerk einer späteren Zeit. Hesekia (Chiskiahu) baut eine zweite Mauer. Sie beginnt am Gennath-Tor, nahe dem Turme des Phasael, der östlich vom Hippikus die Herodesfeste schützte. Man kennt nur diesen Anfangspunkt und den Endpunkt der Mauer an der Nordwestecke des Tempelplatzes bei der Burg Antonia. Wie sie zwischen diesen beiden Polen verlief, bildet den Kernpunkt der großen Streitfrage, ob die Mauer in einem kleinen Bogen südöstlich bei der Grabeskirche vorbeilief oder in einer größeren Kurve, nordwestlich davon dem Zuge der heutigen Stadtmauer folgend. Im letzteren Falle ist jeder Hauch von Echtheit des Platzes der Grabeskirche völlig ausgeschlossen, da nach dem ausdrücklichen biblischen Zeugnisse Golgatha außerhalb der Stadtmauer lag. Trotz der lebhaften Einsprüche derjenigen, die die Echtheit verteidigen müssen, bleibt die Frage bis heute völlig unentschieden. Schick hat in den Mauerüberresten und einem Grabenstück, das aus dem Felsen ausgearbeitet war, Teile der alten Mauer und des alten Wallgrabens erkennen wollen. Dagegen spricht die Annahme, daß bei diesem Ver- 61

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